Beamte
Polizisten, Angestellte der Stadtverwaltung, Lehrerinnen und Lehrer usw. - Sie sind Beamte oder "Staatsdiener", wie manchmal gesagt
wird. In diesem Wort steckt schon drin, was sie von anderen
Berufsgruppen (Arbeitern oder Angestellten zum Beispiel) unterscheidet.
Sie sind vom Staat angestellt (das kann der Bund sein, ein Bundesland
oder eine Gemeinde), sie sollen dem Staat dienen, "hoheitliche"
Aufgaben im Auftrag des Staates ausführen. Bei einem Polizisten oder
Kriminalbeamten versteht man das sofort, auch beim Finanzbeamten, der
schließlich dafür sorgt, dass der Staat unsere Steuern bekommt. Beamte
haben besondere "Dienst- und Treuepflichten". Sie müssen der Verfassung
dienen und unparteiisch sein. Zudem sind sie zum Amtsgeheimnis
verpflichtet. Sie dürfen auch nicht, wie andere Arbeitnehmer, für mehr
Lohn oder bessere Arbeitsbedingungen streiken. Sie haben, wie es heißt,
dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen.
BDA
BDA = Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Vertritt die unternehmerischen Interessen im Bereich der Sozialpolitik.
BDI
BDI = Bundesverband der Deutschen Industrie. Spitzenverband von 36 industriellen Branchenverbänden.
Betriebsrat
Sind die Vertreter der Arbeitnehmer in Betrieben. Er vertritt die
Interessen der Arbeitnehmer gegenüber der Betriebsleitung, er überwacht
die für Arbeitnehmer geltenden Gesetze und Vorschriften; er nimmt auch
Anregungen der Jugend- und Auszubildendenvertretungen entgegen und
unterstützt deren Belange. (Jugendvertreter gibt es in Betrieben, in
denen mindestens fünf Jugendliche beschäftigt sind.) In Betrieben ab
fünf Arbeitnehmern wird alle vier Jahre ein Betriebsrat gewählt. Bei
fünf bis 20 Arbeitnehmern besteht der Betriebsrat aus einer Person. Bei
größeren Unternehmen steigt die Zahl der Betriebsräte entsprechend. Ab
200 Arbeitnehmern wird ein Betriebsrat von der Arbeit freigestellt. Die
Kosten trägt das Unternehmen. Im Öffentlichen Dienst heißt der
Betriebsrat "Personalrat".
BIP und BSP
Viele Menschen stellen in Deutschland
im Laufe eines Jahres eine Menge von Gütern, wie zum Beispiel Autos,
Waschmaschinen, Fernseher und tausend andere, her. Diese Sachgüter stellen einen bestimmten Wert dar, genauso wie die so
genannten Dienstleistungen. Das sind Leistungen, die etwa die Verkäufer in den Geschäften erbringen, oder die
Angestellten am Bankschalter, oder die Polizei, die den Verkehr regelt
und für die Sicherheit sorgt, die Beamten in den Stadtverwaltungen, die
Lehrerinnen und Lehrer, die euch unterrichten. Diese Liste von
Beispielen kann man natürlich noch verlängern. Alle diese verschiedenen
Tätigkeiten lassen sich mit Geld bewerten (das sieht man schon daran,
dass die Menschen Geld für diese Arbeiten bekommen). Wenn man nun
wissen will, wie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes in
etwa aussieht, dann rechnet man den Wert der Dienstleistungen und der
Sachgüter eines Landes zusammen und erhält dann das so genannte
Bruttosozialprodukt (BSP) eines Landes. Sehr oft wird das BSP
herangezogen, wenn man die Wirtschaftskraft von verschiedenen Ländern
vergleichen will.
Bei der Berechnung des Bruttosozialproduktes
werden übrigens nur die Leistungen gerechnet, welche die ständigen
Bewohner eines Landes (die "Inländer") erbringen und zwar sowohl im
Inland als auch im Ausland. Zum
Bruttoinlandsprodukt werden auch die Güter hinzu gerechnet, die von den
hier wohnenden Ausländern und von ausländischen Unternehmen in
Deutschland produziert werden.
Börse
Eine Börse ist ein Markt, auf dem Wertpapiere oder Devisen
(ausländische Zahlungsmittel wie zum Beispiel der Dollar) gekauft und
verkauft werden. Der Unterschied zu anderen Märkten liegt darin, dass
man an der Börse die Ware nicht sehen und auch nicht mitnehmen kann,
wie zum Beispiel ein Fahrrad oder einen Sack Äpfel. Man sieht lediglich
an einer Tafel die Preise, die Börsenkurse genannt werden. Diese
Börsenkurse können sich von Minute zu Minute ändern. Werden
beispielsweise von einer Aktie sehr viele gekauft, steigt ihr Wert
(Kurswert) sofort an. Werden viele verkauft, sinkt der Aktienkurs
wieder. Da es sich nicht genau vorhersagen lässt, was die Anleger (also
diejenigen, die mit Aktien handeln) gerade kaufen oder verkaufen
möchten, kann man an der Börse in kurzer Zeit sehr viel Geld verdienen,
aber auch sehr viel Geld verlieren.
Bundesagentur für Arbeit (BfA)
Bundesbehörde mit Sitz in Nürnberg; zuständig für Berufsberatung,
Vermittlung von Arbeitslosen sowie für die Förderung der Beschäftigten
nach dem Arbeitsförderungsgesetz. Der BfA sind die
Landesarbeitsagenturen und die lokalen Arbeitsagenturen nachgeordnet.
Sie koordiniert und veröffentlicht Arbeitslosenstatistiken; zur BfA
gehört ein Forschungsinstitut (für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
IAB).
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
Dachverband von acht Einzelgewerkschaften (IG Metall, IG Chemie,
Ver.di, GEW usw.). Er koordiniert die gewerkschaftlichen Aktivitäten
und versteht sich als "Stimme der Gewerkschaften gegenüber politischen
Entscheidungsträgern". Außerhalb des DGB gibt es noch die DAG (Deutsche
Angestelltengewerkschaft), den DBB (Deutscher Beamtenbund) sowie den
CGB (Christlicher Gewerkschaftsbund). In Deutschland sind rund ein
Viertel der Arbeitnehmer gewerkschaftlich organisiert.
Dienstleistungsgesellschaft
Im Zuge des Strukturwandels ist die Industriegesellschaft von der
Dienstleistungsgesellschaft abgelöst worden. Waren früher die meisten
Erwerbstätigen im Industriesektor beschäftigt (in den
"Schornsteinindustrien"), so liegt der Schwerpunkt von Wertschöpfung
und Beschäftigung heute im Dienstleistungssektor; dort arbeiten schon
fast doppelt so viele Leute wie in der Industrie. Der Strukturwandel
geht also in Richtung tertiärer Sektor; dazu gehören Handel und
Verkehr, Banken und Versicherungen, private Dienstleistungsunternehmen,
Gesundheit und Soziales sowie der Staatssektor.
Etwa zwei Drittel
der Erwerbstätigen sind im Dienstleistungssektor beschäftigt, noch mehr
- fast drei Viertel - üben Dienstleistungstätigkeiten aus; auch in der
Industrie (z.B. in Maschinenbauunternehmen) gibt es ja viele
Beschäftigte, die Dienstleistungen erbringen; in der Metallindustrie
sind dies inzwischen fast die Hälfte aller Beschäftigten. Das Gewicht
der Industriebranchen und die zugehörigen produzierenden Tätigkeiten
gehen weiter zurück, während die Dienstleistungen anteilsmäßig
zunehmen. An die Stelle der Fabrikarbeit, die häufig auch körperliche
Schwerarbeit war, tritt die Arbeit in Büros: Dort bearbeitet man
Tasten: Telefontasten, Computertasten, Steuerungs- und Kontrolltasten
usw. An die Stelle von Schweißen, Bohren, Fräsen und Montieren in
Fabrikhallen treten Tätigkeiten wie Beraten, Lehren, Erziehen, Forschen
und Entwickeln, Therapieren, Betreuen; das passiert in Büros, Praxen,
Kanzleien, Kliniken, Schulen usw. Nach der Art von Dienstleistungen
unterscheidet man zwischen unternehmensnahen, produktionsorientierten
Dienstleistungen einerseits (Planung, Design, Personalentwicklung,
Marketing, EDV, Wartung und Reparatur
usw.) und konsumnahen, haushaltsbezogenen und sozialen Dienstleistungen
andererseits (z.B. von Ärzten, Rechtsanwälten, Friseuren,
Vermögensberatern, Putzfrauen, usw.).
Neben vielen
hochqualifizierten Experten gibt es in der Dienstleistungsgesellschaft
auch viele schlecht bezahlte Jobs mit oftmals geringer sozialer
Sicherung: Haushalts- und Küchenhilfen usw. Die Dienstleistungsgesellschaft
stellt neue Anforderungen an die Beschäftigten: höhere Qualifikationen,
mehr Flexibilität, Bereitschaft zur eigenverantwortlichen und
selbstorganisierten Tätigkeit. Arbeitsorganisation und Arbeitszeiten
richten sich vermehrt nach den Auftragsschwankungen; entsprechend ist
ein hohes Maß an Anpassungsbereitschaft gefordert. Auf der anderen
Seite begünstigen diese flexiblen Arbeitsformen die zunehmende
Erwerbsbeteiligung von Frauen und Alleinerziehenden.
Dienstleistungssektor
Handel und Verkehr, private
Dienstleistungsunternehmen und der Staat bilden den
Dienstleistungssektor (tertiärer Sektor). Neuerdings wird davon ein
"quartärer Sektor" von wissensbasierten Dienstleistungen unterschieden.
Duales System
der
Berufsausbildung: Wenn Jugendliche in Deutschland einen Beruf
erlernen, dann geschieht dies einerseits in ihrem Ausbildungsbetrieb,
andererseits parallel dazu in der Berufsschule; diese beiden
Einrichtungen wirken bei der Berufsausbildung zusammen. Im Handwerk
ergänzen überbetriebliche Ausbildungsstätten die Ausbildung im Betrieb.
Eigentum
Was dir gehört und worüber du frei verfügen kannst, das ist dein
Eigentum. Davon ist der bloße Besitz zu unterscheiden; Du kannst z.B.
ein Schulbuch besitzen, dessen Eigentümer die Schule ist. Nicht nur
Sachen (Fahrrad, Grundstück, Maschinen usw.) können Eigentum sein, es
gibt auch geistiges Eigentum (Patente, Autorenrechte/Copyrights, Rechte
an Software- Programmen usw.). Politisch war lange umstritten, ob es
Privateigentum an Produktionsmitteln geben soll. Sozialisten haben dies
abgelehnt und Gemein- bzw. Staatseigentum an den Produktionsmitteln
gefordert. Der Marktkapitalismus ist durch Privateigentum an
Produktionsmitteln gekennzeichnet.
Einkommen
Die häufigste Einkommensform ist das Arbeitseinkommen für
Erwerbstätigkeit. Daneben gibt es Einkommen aus Vermögen, z.B.
Zinseinkommen, Mieteinkommen, oder auch Einkommen aus geistigem
Eigentum, z.B. aus Patenten und Lizenzen; auch Dividenden aus
Aktienvermögen zählen zum Einkommen. Bei Unternehmern und Selbständigen
fallen Gewinne an, wenn ihre Erträge höher sind als die Kosten.
Einkommen zu erzielen ist der Zweck der Erwerbstätigkeit. Es kann für
Konsumzwecke verwendet werden oder zur Vermögensbildung gespart werden.
Einkommenssteuer
Wer Einkommen hat, ist steuerpflichtig: er muss einen Teil seines Einkommens an den Staat abtreten, sofern das zu versteuernde Einkommen über einer bestimmten Höhe liegt. Der aktuelle Freibetrag liegt bei 7.664 Euro für Ledige und bei 15.329 Euro für Verheiratete. Wer weniger verdient, muss keine Lohnsteuer bezahlen, wer mehr verdient, muss 15 Prozent Steuern entrichten. Dieser Steuersatz ist der Einstiegstarif. Bei weiter steigendem Einkommen müssen nun nicht einfach proportional mehr Steuern abgeführt werden, also konstant 15 Prozent des zu versteuernden Einkommens, vielmehr steigt bei höherem Einkommen der Steuertarif selbst mit an: die Einkommensteuer, ist also progressiv ausgestaltet. Der zu entrichtende Steuerbetrag erhöht sich überproportional mit steigendem Einkommen; zurzeit liegt der Spitzensteuersatz bei 42 Prozent; er gilt ab einem Jahreseinkommen von 52.152 Euro.
Die Einkommensteuer ist die wichtigste Steuer für den Staat. Im Jahr 2002 zum Beispiel erbrachte sie rund 162 Mrd. Euro; das sind mehr als ein Drittel der gesamten Steuereinnahmen des Staates. Die Einkommensteuer ist nicht nur von privaten Personen (privaten Haushalten) zu entrichten, sondern auch von Einzelunternehmern und Personengesellschaften. Der Einkommensteuer unterliegen prinzipiell alle Einkommen; die Einkünfte müssen in einer Einkommensteuererklärung angegeben werden. Wer hierbei absichtlich falsche Angaben macht, begeht Steuerhinterziehung und kann dafür bestraft werden
Erwerbsminderung
Erwerbsminderung ist ein Begriff
aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Als „voll erwerbsgemindert“
gelten Arbeitnehmer, die wegen einer Krankheit oder Behinderung
dauerhaft nicht im Stande sind, mindestens drei Stunden täglich zu
arbeiten. In diesem Fall gibt die Erwerbsminderung dem Versicherten bis
zur Vollendung des 65. Lebensjahres einen Rentenanspruch, sofern er in
den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung drei Jahre
Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung bezahlt hat.
Export
Die Ausfuhr von Waren, Dienstleistungen und Kapital.
Freizeitunfall
Ein Unfall, der sich in der Freizeit ereignet, ist in der
Freizeitunfallversicherung, einer Form der privaten Unfallversicherung,
abgedeckt. Diese deckt ausschließlich Unfälle ab, die sich außerhalb
des Berufsfeldes ereignen.
Gehalt
Die meisten Erwerbstätigen beziehen heute ihr Arbeitseinkommen in der Form eines monatlich ausbezahlten Gehalts. Zum regulären Gehalt kommen häufig noch Sonderzahlungen (Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Prämien) dazu. Im 1. Quartal 2007 beliefen sich die Bruttomonatsverdienste der Angestellten in Deutschland auf durchschnittlich 3.126 Euro pro Monat.
Geldmenge
Geldmenge Wenn Sie feststellen wollen,
über welche Geldmenge Sie persönlich verfügen, müssen Sie entscheiden,
was dazu zählen soll. Üblicherweise gehört das Bargeld und das Geld auf
Giro- und Sparkonten dazu. Für die gesamtwirtschaftliche Geldmenge gibt
es unterschiedliche Definitionen; die engste setzt sich aus dem
Bargeldbestand und den Beständen auf Girokonten zusammen. Die weiteren
Definitionen beziehen auch noch Spareinlagen und sonstige Geldanlagen
mit längeren Kündigungsfristen ein.
Generationenvertrag
Angenommen, Sie haben eine Großmutter, die Rente
bezieht. Wer bezahlt eigentlich diese Rente? Sie werden sagen: die
Rentenversicherung, schließlich hat Großvater einbezahlt, als er noch
erwerbstätig war. Schon richtig; aber was der Großvater vor 10 oder 20
Jahren einbezahlt hat, haben die damaligen Rentner bekommen; davon ist
nichts mehr übrig. Tatsächlich werden die heutigen Renten von denen
finanziert, die heute erwerbstätig sind und Rentenbeiträge einbezahlen.
Die jüngere Generation der heutigen Erwerbstätigen finanziert die
ältere Generation der heutigen Rentner; in 30 Jahren, wenn die jetzigen
Erwerbstätigen Rentner sind, werden diese von der nachfolgenden
Generation finanziert. Diese Regelung nennt man Generationenvertrag. Es
handelt sich um einen (virtuellen) Vertrag zwischen den Generationen,
der beinhaltet, dass die jeweils Erwerbstätigen die Rentnergeneration
"mittragen". Probleme ergeben sich bei dieser Regelung, wenn bei
schrumpfender Bevölkerung die Zahl der Erwerbstätigen ab- und die Zahl
der Rentner zunimmt (demografische Entwicklung). Deswegen sollten junge
Leute, wenn sie ins Erwerbsleben eintreten, die gesetzliche
Altersvorsorge durch eine private Vorsorge und Vermögensbildung
ergänzen.
Gewerkschaften
Vor
ungefähr 130 Jahren arbeiteten in Deutschland immer mehr Menschen in
Fabriken. Damals lebten und arbeiteten die Arbeiter und Arbeiterinnen
unter sehr schlechten Bedingungen. Deshalb schlossen sich viele zu
Selbsthilfe- oder Schutzvereinen zusammen, um für menschenwürdige
Arbeitsbedingungen, für mehr Lohn und gegen Kinderarbeit zu kämpfen.
Sie waren davon überzeugt, dass sie gemeinsam in den Vereinen stärker
waren als alleine. Aus diesen Vereinen entwickelten sich die
Gewerkschaften. Diese wurden nach und nach als offizielle Vertreter der
Arbeiter und Angestellten anerkannt. In Deutschland geschah dies 1918.
Heute gibt es für viele verschiedene Berufe Gewerkschaften, so zum
Beispiel eine für Lokführer, für Ingenieure, für Bauarbeiter, für
Metallarbeiter, für Drucker, für Journalisten, für Polizisten,
Briefträger, Bauern usw. Diese einzelnen Gewerkschaften haben sich im
Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zusammengeschlossen, der etwa 7
Millionen Mitglieder zählt. Der DGB wiederum ist ein Mitglied des
Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB). Wenn sich auch die Situation
der arbeitenden Menschen seit der Gründung der Schutzvereine und später
der Gewerkschaften zum Besseren verändert hat, so sind die Hauptziele
aller freien Gewerkschaften in demokratischen Ländern doch fast noch
die gleichen wie zu Beginn ihrer Entstehung: Arbeit für alle Menschen,
genügend Lohn und Gehalt, um ohne Sorgen leben zu können, kürzere
Arbeitszeiten und Mitbestimmung in den Betrieben. Für diese Ziele
verhandeln die Gewerkschaften in bestimmten Abständen mit den
Unternehmern und das Ergebnis steht in einem Tarifvertrag. Wenn sich
die Gewerkschaften nicht mit den Unternehmern einigen können, kommt es
manchmal zum Arbeitskampf.
Gewinn
Um eine Klassenfahrt zu finanzieren,
organisieren Sie eine Disko; der Gewinn soll in die Klassenkasse gehen.
Wie errechnet man den Gewinn? Als Differenz zwischen Einnahmen und
Ausgaben: das ist der Bruttogewinn. Ein Unternehmen muss den Gewinn
versteuern, dann bleibt der Nettogewinn übrig. Gewinnmaximierung gilt
als Ziel marktorientierter Unternehmen; Kritiker sagen dazu
Profitmaximierung (Profit). (Sie können mal überlegen, worin das
Unternehmensziel bestehen sollte - wenn nicht in der
Gewinnmaximierung).
Gleichstellung (von Frau und Mann)
Frauen sind im Wirtschaftsleben und anderswo oftmals benachteiligt. So sind
z.B. die Verdienst- und Karrierechancen von Frauen vielerorts geringer als bei
Männern; die meisten Führungspositionen sind von Männern besetzt; die
Kinder- und Hausarbeit ist ungleich aufgeteilt usw. Um die Chancen der
Frauen zu verbessern, wurden in vielen Unternehmen und öffentlichen
Einrichtungen Gleichstellungsprogramme eingeführt. Damit sollen
Benachteiligungen beseitigt und Frauen unterstützt werden, z.B.
Führungspositionen zu übernehmen.
Globalisierung
Der Kern der Globalisierung ist die zunehmende Verflechtung der
Weltwirtschaft. Viele Großunternehmen haben sich zu Transnationalen
Unternehmen (TNU) gewandelt; sie sind weltweit tätig und haben
Niederlassungen und Produktionsstätten in allen wichtigen Ländern der
Erde. Im Gefolge dieser wirtschaftlichen Verflechtung breiten sich auch
bestimmte Lebensstile und kulturelle Muster weltweit aus. Der
internationale Tourismus tut ein Übriges. Ursachen der Globalisierung
sind zum einen rasante Verbesserungen der Kommunikationstechnologien
und des Transportwesens, die zu beträchtlichen Kostensenkungen geführt
haben; zum anderen die fortschreitende Deregulierung der
Weltwirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die GATT-Konferenzen
und später die WTO Zollsenkungen und die Beseitigung nicht-tarifärer
Handelshemmnisse voran getrieben; dies brachte eine starke Ausweitung
der Welthandelsströme mit sich. Der Fall der Mauer und das Ende des
Ost-West-Konflikts lösten einen weiteren Globalisierungsschub aus. Eine
wichtige Auswirkung der Globalisierung ist der sich verschärfende
Standortwettbewerb. Kritiker halten die Globalisierung für entgrenzten
Marktkapitalismus. Jetzt müssten die Erwerbstätigen in Deutschland mit
den Hungerlöhnen in manchen NICs konkurrieren. Der globale Wettbewerb
habe zerstörerische Wirkungen auf gewachsene Sozialstrukturen,
eigenständige alte Kulturen und die natürliche Umwelt. Dem steht
entgegen, dass es heute den Ländern am besten geht, die sich dem
Weltmarkt geöffnet haben und an der weltwirtschaftlichen Arbeitsteilung
partizipieren.
Hartz IV
In Deutschland gibt es um die 3,7 Millionen Arbeitslose (Stand: Anfang 2007), die auf dem Arbeitsmarkt eine Arbeit suchen. Um die Situation auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, wurden im Sommer 2002 verschiedene Gesetze beschlossen. Diese Gesetze nennt man in der Umgangssprache "Hartz-Gesetze". (Namensgeber ist der VW-Manager Peter Hartz. Er hat eine Kommission geleitet, die viele Vorschläge für die neuen Arbeitsmarktgesetze gemacht hat) In den letzten Jahren sind bereits mehrere Gesetze in Kraft getreten, zum Beispiel das "Zweite Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" ("Hartz II"). Dieses Gesetz ermöglicht unter anderem die so genannte "Ich-AG". Seit 1. Januar 2005 ist nun das vierte Gesetz ("Hartz IV") wirksam. Dieses Gesetz soll dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen ohne Arbeit, eine Arbeit aufnehmen können.
Der Grundgedanke: "Fordern und Fördern". Gefordert wird, dass die Arbeitslosen eine Arbeit auch dann aufnehmen, wenn sie nicht ihrer Ausbildung entspricht oder bei der sie weniger verdienen, als sie es eigentlich erwarten. Gefördert werden dies durch die Zahlung des so genannten Arbeitslosengeldes II (ALG II). Sie hat die Arbeitslosenhilfe und die Sozialhilfe als neue Grundsicherung abgelöst.
Wie sieht diese finanzielle Unterstützung aus? Das ALG II ist zwei Jahre lang höher als die Sozialhilfe. Wer bisher Arbeitslosengeld erhalten hat, bekommt zwei Jahre lang einen Zuschlag zum ALG II. Sozialhilfeempfänger, die arbeiten können, bekommen ab Januar 2005 AGL II und damit mehr Geld als bisher. Sie werden wieder von der Agentur für Arbeit betreut und haben Anspruch auf die Leistungen der Agentur für Arbeit (Bsp. Bildungsmaßnahmen). Damit sollen Sozialhilfeempfänger, die lange Zeit arbeitslos sind, wieder bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten.
Die Unterstützung durch das ALG II erhalten nur Arbeitslose, die das Geld auch brauchen. Um festzustellen, wie viel Geld die Langzeitarbeitslosen genau bekommen, müssen sie in Fragebögen Auskunft über ihre Vermögensverhältnisse geben. Wer mehr besitzt als eine bestimmte festgelegte Summe (das ist der so genannte Freibetrag), muss erst dieses Vermögen verbrauchen, bevor er Anspruch auf staatliche Unterstützung hat.
Langzeitarbeitslose müssen in Zukunft nahezu jeden Beruf annehmen. Wenn sie das nicht tun, wird ihr ALG II gekürzt. Wenn Jugendliche unter 25 Jahren sich weigern, dies zu tun, wird die Unterstützung möglicherweise ganz gestrichen.
Ich-AG
Die Bundesregierung hat Maßnahmen
beschlossen, die die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessern sollen. Eine
dieser Maßnahmen ist die Gründung von so genannten Ich-AGs. Eine Ich-AG
kann von Menschen, die keine Arbeit haben und sich selbstständig machen wollen, gegründet werden. Das heißt sie eröffnen zum Beispiel
ein Geschäft, gründen eine kleine Umzugsfirma oder machen ein Café auf.
Ein solcher Schritt kostet nicht nur Mut, sondern auch Geld. Die Agentur für Arbeit fördert diese Ich-AG mit Geldzuschüssen, das nicht
zurück gezahlt werden muss: im ersten Jahr 600 Euro monatlich, im zweiten 360 Euro,
im dritten 240 Euro. Nur wenn die Ich-AG Gewinne macht, enden die
Zuschüsse.
Import
Wenn
Sie französischen Wein oder eine japanische Kamera kaufen, dann handelt
es sich dabei um Importgüter; sie wurden von ausländischen Unternehmen
produziert und zu uns eingeführt. Der Außenhandel umfasst Importe und
Exporte.
Industrialisierung
Die industrielle Produktionsweise ist durch Fabriken, Maschinen und
Fließbänder gekennzeichnet. Im Zuge der Industrialisierung löst die
Industriegesellschaft die von der Landwirtschaft geprägte
Agrargesellschaft ab. Die Industrie wird zum wichtigsten
Wirtschaftssektor.
Industriestaat
Länder, die eine hoch entwickelte Technik anwenden, um Rohstoffe wie
Erdöl zu verarbeiten und Güter in großen Mengen zu produzieren, nennt
man Industriestaaten oder Industrieländer. Diese Staaten haben sich in
jahrelanger Forschung das Spezialwissen, das sie dafür brauchen,
angeeignet. Damit sich aber der hohe technische Aufwand lohnt, der
zudem sehr teuer ist, müssen auch viele Produkte verkauft werden. Die
Wirtschaft der Industrienationen muss also ständig wachsen. Dies ist
deshalb besonders wichtig, weil das Leben der Menschen in den
Industriestaaten stark von der industriellen Produktion abhängig ist.
Gibt es kein Wachstum, entstehen Probleme wie Arbeitslosigkeit, weil
immer mehr Arbeit von Robotern gemacht werden kann und in allen
Bereichen des Lebens Computer eingesetzt werden.
In allen
Industrieländern gibt es einflussreiche Organisationen, die das Prinzip
des ständigen Wachstums kritisieren. Der Wohlstand und das Wachstum
dieser Länder, so sagen die Kritiker, gehe zu Lasten der
Entwicklungsländer.
Zu den größten Industrieländern gehören die
USA, die Länder der EU, Australien und Japan. Der Begriff "Industrie"
kommt übrigens vom lateinischen Wort "industria", was auf Deutsch
"Fleiß" bedeutet.
Industrie- und Handelskammer (IHK)
Die
Unternehmen einer Region sind in IHKs organisiert. Als Körperschaften
des öffentlichen Rechts nehmen sie auch hoheitliche Aufgaben wahr (z.B.
Prüfungen in der beruflichen Bildung). Weitere Aufgaben sind die
Interessenvertretung gegenüber Öffentlichkeit und Politik (z.B.
Anhörung bei Gesetzesentwürfen) sowie Dienstleistungen für die
Mitgliedsunternehmen (Information, Weiterbildung).
Inflation
Von einer Inflation wird gesprochen, wenn viel Geld da ist, aber nur
ganz wenig Waren und Güter zum Kauf vorhanden sind. Wenn wir aber über Wirtschaft und
Inflation reden, kommt es nicht so sehr darauf an, wie es einer
einzelnen Person oder
einem Unternehmen geht. Es kommt vielmehr darauf an, wie es allen Menschen,
allen Familien und allen Unternehmen in einem Staat geht. Eine
Inflation gibt es also dann, wenn in einem Staat insgesamt mehr Geld
vorhanden ist, als es Waren und Güter gibt.
Wie kann es dazu
kommen? Wenn zum Beispiel
die oberste Bank in einem Staat, die Zentralbank, die
Geldscheine drucken lassen darf und zu viel Geld drucken lässt. Der Grund
dafür kann sein, dass eine Regierung zu viele Schulden hat und deshalb
von der Zentralbank verlangt, mehr Geld zu drucken, um die Schulden zu
bezahlen. Das kommt heute aber nur noch selten vor, weil die meisten
Regierungen und Zentralbanken wissen, dass das für die Wirtschaft eines
Landes gefährlich ist.
Eine Inflation kann aber auch so anfangen,
dass bestimmte Waren mehr und schneller gekauft werden, als sie
hergestellt werden können. Dann steigen zuerst die Preise und die
Menschen sagen sich, ich kaufe die Waren noch schnell, bevor sie noch
teurer werden. Oft befürchten Menschen und Unternehmen, dass auch
andere Waren jetzt teurer werden und kaufen diese dann auch. Das kann
dazu führen, dass plötzlich alle ihr Geld nicht mehr behalten, sondern
schnell ausgeben. Vielleicht machen die Menschen zusätzlich auch noch
Schulden, um noch mehr Waren kaufen zu können. Wenn die Zentralbank und
die Regierung jetzt nicht aufpassen, kann es zu einer Inflation kommen.
Um keine Fehler zu machen, muss die Zentralbank immer genau
wissen, ob gerade viel und schnell Geld ausgegeben wird oder wenig und
langsam. Kluge Zentralbanken passen daher immer auf, wenn die Preise
steigen. Und damit die Menschen nicht noch mehr Schulden machen, sorgt
die Bank dafür, dass es teurer wird, Geld zu leihen. Die wichtigste
Aufgabe der Zentralbanken ist es also dafür zu sorgen, dass der Wert
unseres Geldes stabil bleibt. Die Bank, die das für den Euro macht,
sitzt in Frankfurt am Main und heißt Europäische Zentralbank.
Innovation
In diesem Begriff steckt das lateinische Wort nova, was neu bedeutet.
Wenn jemand etwas Neues erfindet und das auch umsetzt, so ist das eine
Innovation. Stellt euch vor, ihr erfindet einen Roboter, der für euch
euer Zimmer aufräumt. Diese Erfindung, die man Invention (Idee,
Einfall) nennt, wird aber erst dann zur Innovation, wenn solche Roboter
tatsächlich gebaut und auf dem Markt verkauft werden. Eine große
Innovation im Bereich der Kommunikation war zum Beispiel das Internet,
das inzwischen sehr viele Leute nutzen.
Investition
Ein Unternehmen investiert, wenn
es z.B. neue Maschinen anschafft; es steckt Geld (entweder Eigenkapital
oder Fremdmittel) in Ausbau und Verbesserung seiner Produktionsanlagen
und bildet dadurch Vermögen (Sachkapital). Neben Sachinvestitionen gibt
es auch Finanzinvestitionen; eine solche liegt z.B. vor, wenn ein
Haushalt seine Ersparnis in Aktien oder Immobilienfonds oder in eine
Lebensversicherung anlegt. Darüber hinaus kann nicht nur in Sach- und
Finanzkapital investiert werden, sondern auch in Humankapital: z.B.
durch Schule, Studium, Weiterbildung oder Qualifizierungsmaßnahmen.
Kapital
Die
Maschinen, Anlagen und Gebäude eines Unternehmens sind ihr Sachkapital;
die Mitarbeiter sind ihr Humankapital (vgl. Investition); Patente sind
Teil des Wissenskapitals; Geldreserven des Unternehmens (Eigenkapital
und Rücklagen) sind sein Finanzkapital. Es gibt also unterschiedliche
Formen von Kapital; immer ist es Produktivvermögen.
Kapitalismus
Kapitalismus ist eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Das
Kapital sind Maschinen, Anlagen, Fabrikhallen, Geld, Fahrzeuge etc. Das
Kapital ist in diesem System im Besitz von Unternehmern. Der Staat
schützt das Privateigentum, die Unternehmer können ohne staatliche
Eingriffe weitgehend frei arbeiten und arbeiten lassen. In der
Vergangenheit, als es noch keine Gesetze zum Schutz der Arbeiter gab,
führte dies oft dazu, dass die Arbeiter ausgebeutet wurden und für
wenig Lohn arbeiten mussten. Die Unternehmer häuften immer mehr Kapital
an, die Arbeiter verarmten. Dies führte besonders in der Zeit der so
genannten industriellen Revolution im 19. Jahrhundert, als das Leben
der Menschen immer mehr durch die Arbeit in den Fabriken bestimmt
wurde, zu Auseinandersetzungen und politischen Gegenbewegungen. Karl
Marx war der schärfste Gegner des kapitalistischen Systems. Er
kritisierte, dass die Arbeiter ohne Besitz und wirtschaftlich abhängig
von den Kapitalbesitzern waren, die sich um die Situation der Arbeiter
nicht scherten.
Mit Beginn des 20. Jahrhunderts sind die
kapitalistischen Wirtschaftsordnungen der westlichen Industriestaaten
reformiert worden. Der Staat beeinflusste durch Gesetze und politische
Maßnahmen das Wirtschaftsgeschehen und die stärker gewordenen
Gewerkschaften vertraten die Interessen der Arbeiter. Auch heute
arbeiten die Wirtschaftssysteme in vielen Industrieländern nach den
kapitalistischen Prinzipien. Angebot und Nachfrage bestimmen Markt und
Produktion, viele Fabriken sind in privater Hand oder gehören
Aktiengesellschaften und großen Konzernen. Der Staat schützt das
Privateigentum. Er versucht aber, durch Gesetze dafür zu sorgen, dass
die Menschen nicht mehr ausgebeutet werden können. Es wird statt
Kapitalismus heute meist von Marktwirtschaft gesprochen. In Deutschland
gibt es die soziale Marktwirtschaft.
Kapitalmarkt
Will ein Unternehmen Finanzmittel aufnehmen, um sie in neue Maschinen
und Produktionsanlagen zu investieren, dann geht es (über seine Bank)
an den Kapitalmarkt. Dort kann es Kredite oder Anleihen aufnehmen, neue
Aktien ausgeben oder auch Kapitalbeteiligungen vereinbaren. Auf dem
Kapitalmarkt können sich Investoren Kapital besorgen, das dort von
Sparern angeboten wird.
Kartell
"Zementkartell
zu hohen Bußen verurteilt" (Pressemeldung). Die Zementhersteller hatten
ein Kartell gebildet. Das sind Absprachen (schriftlich oder mündlich)
über Preise und Mengen. Dadurch wird der Wettbewerb ausgeschaltet zu
Lasten von Abnehmern/Konsumenten. Kartelle sind durch das
Wettbewerbsrecht grundsätzlich verboten. Verstoßen Unternehmen dagegen,
kann das Bundeskartellamt oder die Europäische Kartellbehörde Bußgelder
verhängen.
Kaufkraft
Ein Brötchen kostet 50 Cent; dann
beträgt die Kaufkraft des Euro zwei Brötchen. Erhöht sich der
Brötchenpreis, sinkt die Kaufkraft. Verdoppeln sich alle Preise,
halbiert sich die Kaufkraft: Man bekommt für einen Euro nur noch ein
Brötchen.
Konjunktur
Mit
diesem Begriff bezeichnet man die wirtschaftliche Gesamtlage eines
Staates, den Zustand seiner Volkswirtschaft. Es gibt Anzeichen und
Merkmale (Indikatoren), an denen man erkennen kann, wie es um die
Konjunktur bestellt ist. Das sind zum Beispiel die Zahl der
Arbeitslosen (Arbeitslosenquote), ein hohes oder niedriges Zinsniveau,
steigende oder fallende Aktienkurse, hohe oder niedrige Preise an den
Börsen, die Auftragslage für die Industrie und viele andere Anzeichen.
Befindet sich ein Land in einer unbefriedigenden wirtschaftlichen
Situation, wird darüber nachgedacht, welche Maßnahmen ergriffen werden
müssen, welche Konjunkturpolitik gemacht werden muss, um die
wirtschaftliche Lage zu verbessern. Wenn die Wirtschaft in einem Land
voll ausgelastet ist, Vollbeschäftigung herrscht, dann spricht man von
Hochkonjunktur.
Der Verlauf der Konjunktur, also die
wirtschaftliche Gesamtentwicklung eines Landes über einen längeren
Zeitraum, lässt sich in einer so genannten Konjunkturkurve aufzeichnen.
Meistens sieht diese Konjunkturkurve wie eine Wellenbewegung aus.
Konzern
Ein Konzern (das Wort kommt aus dem Englischen) besteht aus mehreren
miteinander verbundenen Unternehmen. Ein Konzern hat eine Leitung, den
so genannten Vorstand, der darüber entscheidet, welche Ziele der
Konzern erreichen will. Die einzelnen Unternehmen, die nicht unbedingt
alle aus derselben Branche stammen, müssen nach den Vorgaben des
Vorstandes arbeiten. Für einen Konzern ist es wichtig, dass er
wirtschaftlich gut arbeitet, das heißt Gewinne macht. Der
Konzernvorstand überlegt sich deshalb, welche Unternehmen in das
Konzept des Konzerns passen, vielleicht weil sie gut zueinander passen
oder in ihrer Arbeit voneinander profitieren können. Beispielsweise
fällt bei der Margarineherstellung ein Rohstoff an, der zur Produktion
von Seife genutzt werden kann. Die Konzernleitung wird überlegen, ob
sie eine eigene Firma gründen soll, die Seife herstellt und dafür das
Produkt nutzt, das bei der Margarineherstellung entsteht. Oder sie
kauft vielleicht ein fremdes Seifen-Unternehmen hinzu und wird auf
diese Weise das Produkt aus der Margarineherstellung nutzen. Ein
Konzern wird gebildet, damit er mehr Produkte herstellen und verkaufen
kann, um so mehr Gewinne zu erwirtschaften.
Krankenversicherung
In Deutschland besteht eine gesetzliche Krankenversicherungspflicht.
Bei den meisten Erwerbstätigen zieht der Arbeitgeber die
Krankenversicherungsbeiträge vom Gehalt ab und überweist sie direkt der
Versicherung. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen die Kosten der
Krankenversicherung je zur Hälfte. Die Höhe der Beiträge wird in der
gesetzlichen K. durch das Einkommen bestimmt (Beitragssatz zurzeit ca.
14 Prozent), nicht etwa durch das Krankheitsrisiko der Versicherten.
Wer mehr verdient, zahlt höhere Beiträge. Ehepartner und Kinder sind
beim erwerbstätigen Versicherten mitversichert. Die
Versicherungspflicht gilt für Erwerbstätige, deren
Bruttoarbeitsverdienst unter der so genannten
Versicherungspflichtgrenze liegt, im Jahr 2005: 46.800 Euro. Wer
darüber liegt, kann sich entweder freiwillig in der gesetzlichen
Krankenversicherung versichern oder Mitglied einer privaten
Krankenversicherung werden.
Krise
Eine Krise (Wirtschaftskrise) ist die Zuspitzung einer
wirtschaftlich schwierigen Situation (z.B. Krise der öffentlichen
Finanzen, Verschuldungskrise der Entwicklungsländer). In der Krise
entscheidet sich, ob es zum Zusammenbruch kommt oder ob Besserung
eintritt.
Kündigung
Arbeitnehmern
kann gekündigt werden (Entlassung), wenn bestimmte Kündigungsgründe
vorliegen; der Arbeitgeber muss die gesetzlichen Kündigungsfristen
einhalten; nur eine außerordentliche (fristlose) Kündigung wirkt sich
sofort aus. Mit einer Kündigung wird ein Arbeitsverhältnis einseitig
beendet; zum Schutz der Arbeitnehmer sind willkürliche Kündigung
verboten. Kündigungsgründe können sein: mangelnde Eignung des
Arbeitnehmers für seine Tätigkeit, Pflichtverletzungen,
Verschlechterung der Leistung usw., aber auch wirtschaftliche
Veränderungen ("betriebsbedingte Kündigungen") bei rückläufiger
Produktion, Einführung neuer Technologien, Verlagerungen der Produktion
ins Ausland usw.). Fristlose Kündigungen sind nur aus triftigen Gründen
zulässig, z. B. bei beharrlicher Pflichtenverweigerung, dauernder
Arbeitsunfähigkeit, Untreue usw. Bestimmte Gruppen genießen speziellen
Kündigungsschutz. Eine Kündigung kann auch vom Arbeitnehmer ausgehen
(Eigenkündigung).
Kündigungsschutz
Das Gesetz schützt Arbeitnehmer vor willkürlichen und übereilten
Kündigungen; um wirksam zu sein, müssen berechtigte Kündigungsgründe
vorliegen und bestimmte Fristen beachtet werden; Kleinbetriebe mit bis
zu fünf Mitarbeitern sind vom Kündigungsschutz ausgenommen. Für
bestimmte Gruppen wie werdende Mütter, Schwerbehinderte,
Betriebsratsmitglieder, Jugendvertreter, Wehrpflichtige, Ältere oder
auch Eltern im Erziehungsurlaub gelten besondere
Kündigungsschutzregelungen.
Lohn
Lohn ist das Entgelt für Arbeitsleistungen abhängig
Beschäftigter. Traditionell wird zwischen Lohn und Gehalt
unterschieden: Arbeiter erhalten Lohn, Angestellte Gehalt. Heute sind
beide Entlohnungsformen fast gleich gestellt.
Lohnfortzahlung
(im
Krankheitsfall) Ein Arbeitnehmer wird krank und muss vier Wochen ins
Krankenhaus. Arbeitgeber sind
verpflichtet, im Krankheitsfall Lohn bzw. Gehalt bis zu sechs Wochen
lang weiter zu bezahlen. Nach dieser Frist übernimmt dann die
Krankenversicherung und bezahlt Krankengeld.
Lohnkosten
Für den Arbeitgeber bestehen die
Lohnkosten in den gesamten Aufwendungen für die abhängig Beschäftigten.
Dazu gehören die ausbezahlten Bruttolöhne und -gehälter sowie die
Lohnnebenkosten, insbesondere die Arbeitgeberanteile an den
Sozialversicherungen und freiwillige Betriebsleistungen.
Markt
Ein Markt ist der Ort, auf dem Anbieter und
Nachfrager zusammentreffen und Tauschgeschäfte tätigen (Bsp. Wochenmarkt). In der Saison,
wenn das Angebot an Äpfeln oder Sommerklamotten reichlich ist, sinken
die Preise. Ist das Angebot knapper, ziehen die Preise an. Neben den
konkreten, sinnlich erfahrbaren Wochenmärkten gibt es in
"Markt"-Wirtschaften verschiedene "virtuelle" Märkte: Warenmärkte,
Dienstleistungsmärkte, Arbeitsmärkte, Finanz- und Kapitalmärkte,
Internet-Märkte etc. Durch den Wettbewerb zwischen Anbietern und
Nachfragern bilden sich die Preise, die ihrerseits das Verhalten der
Marktteilnehmer steuern.
Marktwirtschaft
Stellt euch vor, ihr veranstaltet in der Schule einen Markt, auf dem
ihr zum Beispiel Spielsachen, Sportgeräte oder Computerzubehör
verkauft. Für das Geld könnt ihr dann bei euren Mitschülern
verschiedene Dinge kaufen oder eure Ware gegen etwas anderes
eintauschen. Wenn euch niemand Vorschriften darüber macht, was ihr
verkaufen dürft und zu welchem Preis und zu welcher Qualität, so ist
das die Grundidee der Freien Marktwirtschaft. Eine Wirtschaftsordnung,
die auf der freien Marktwirtschaft beruht, funktioniert also nach
folgendem Prinzip: entscheidend ist, was zum Verkauf angeboten wird und
was gekauft, also nachgefragt wird. Das ist das Prinzip von "Angebot
und Nachfrage".
Die Wirtschaftsordnung in Deutschland heißt
"soziale Marktwirtschaft". Damit ist gemeint, dass der Staat durch
bestimmte Regeln die freie Marktwirtschaft einschränkt, wenn zu große
Ungerechtigkeiten entstehen. Zum Beispiel gibt es Gesetze zum
Kündigungsschutz, die verbieten, dass ein Arbeiter von einem Tag auf
den anderen entlassen wird (denn eine solche sofortige Kündigung würde
dem Arbeiter in der Regel sehr große Probleme bereiten). Die soziale
Marktwirtschaft soll mit dazu beitragen, dass soziale Gedanken im
Sozialstaat Deutschland verwirklicht werden.
Mehrwertsteuer
Der Haarschnitt kostet
eigentlich nur 15,50 Euro. Tatsächlich aber muss ich 18,50 Euro bezahlen.
Die Differenz nimmt die Friseuse zwar ein, sie muss diesen Betrag
jedoch ans Finanzamt abführen: Das ist die Mehrwertsteuer in Höhe von
19 Prozent auf den Grundpreis. Die Mehrwertsteuer ist eine indirekte Steuer (Umsatzsteuer), die
den Konsum belastet. Für bestimmte Waren wie Lebensmittel und Bücher
gilt der ermäßigte Satz von 7 Prozent. Im Jahr 2003 zum Beispiel
erbrachte die Mehrwertsteuer knapp 137 Mrd. Euro; damit ist sie nach
der Lohnsteuer die zweit wichtigste Einnahmequelle des Staates. Das
Aufkommen fließt zu 50,25 Prozent an den Bund und zu 49,75 Prozent an
die Bundesländer.
Metall- und Elektro-Industrie
Das ist der Sammelbegriff für zwölf leistungsstarke Wirtschaftszweige.
Zu ihnen gehören: Automobilindustrie, Elektrotechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Stahl- und Metallverarbeitung, Feinmechanik, Stahl- und Leichtmetallbau, Nichteisen-Metallerzeugung, Luft- und Raumfahrtindustrie, Büromaschinen und Datenverarbeitungsanlagen, Gießereien, Schienenfahrzeugbau, Schiffbau und Meerestechnik.
Ihre
gemeinsamen Merkmale sind der Umgang mit dem Werkstoff Metall und der
Einsatz modernster Elektronik sowohl in der Produktion wie auch in den
Produkten. Die Metall- und Elektro-Industrie ist einer der wichtigsten
Industriebranchen in Deutschland und Motor unserer Wirtschaft: Rund 3,5
Millionen Mitarbeiter sind bei den M+E-Unternehmen beschäftigt; rund
185.000 Jungen und Mädchen erlernen einen der Berufe der M+E-Industrie;
die M+E-Unternehmen erwirtschafteten im Jahr 2005 einen Gesamtumsatz
von 800 Milliarden Euro.
Mini-Jobs
Zu diesen niedrig entlohnten Beschäftigungsverhältnissen gehören a) die
geringfügige Beschäftigung (mit der Verdienstgrenze von 400 E
monatlich) und b) Jobs in der "Gleitzone" mit Verdiensten zwischen 400
und maximal 800 Euro pro Monat. Bei geringfügiger Beschäftigung fallen
für Arbeitnehmer keine Steuern oder Sozialabgaben an; in der Gleitzone
müssen neben den Arbeitgebern auch die Arbeitnehmer Abgaben leisten.
Die Abgabensätze steigen mit dem Verdienst an, bis bei 800 Euro Monat
die vollen Sätze erreicht sind.
Mittelstand
Handwerksbetriebe,
Einzelhändler, Selbständige und "Familienunternehmen" sind typische
Mittelständler. Formal sind es "kleine und mittlere Unternehmen" (KMU),
die drei Kriterien erfüllen: a) bis 500 Beschäftigte, b) bis 50 Mio. E
Umsatz und c) unabhängig von Großunternehmen. In Deutschland liegt der
Anteil mittelständischer Unternehmen an allen Unternehmen bei 99,6
Prozent (!). Mehr als 80 Prozent der Auszubildenden und der
Beschäftigten entfallen auf den Mittelstand. Bei Umsatz und
Investitionen liegt der Anteil jedoch unter 50 Prozent.
Mobilität
Ist ein Arbeitsloser bereit, für eine neue Stelle zu pendeln oder in
eine andere Stadt umzuziehen, beweist er Bereitschaft zur Mobilität:
Technische Voraussetzung für diese Mobilität ist oft ein Auto oder eine
gute Anbindung an Bus oder Bahn.
Monopol
Monopol Microsoft war lange Zeit
Monopolist, d. h. einziger Anbieter von Betriebssystemen für PCs - bis
Linux aufkam und Konkurrenz machte. Das Monopol ist also eine Marktform
mit nur einem Anbieter, der die Preise diktieren kann, weil Konkurrenz
fehlt.
Nachhaltigkeit
Der Begriff Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft
des 17. Jahrhunderts. Er bedeutet, dass man nicht mehr ernten soll, als
in der Natur nachwachsen kann. Am Mittelmeer zum Beispiel sind ganze
Regionen ohne Wald, weil man in den letzten 2000 Jahren das Holz zum
Schiffsbau und zum Heizen völlig verbraucht hat. Der Regen hat dann den
ungeschützten Waldboden weggeschwemmt und nur noch Felsen hinterlassen,
auf denen man nichts mehr anpflanzen kann.
Heutzutage versteht
man unter Nachhaltigkeit, dass auf die nachfolgenden Generationen, also
auf unsere Nachkommen, mehr Rücksicht genommen wird. Auch sie brauchen
Rohstoffe und Bodenschätze wie zum Beispiel Holz, Wasser, Erdöl, Kohle.
Es gilt also immer noch der Leitsatz, dass wir nicht mehr ernten
dürfen, als nachwachsen kann. Aber wir müssen auch dafür sorgen, dass
unsere Umwelt nicht durch Fabrikabgase, Schmutzwasser oder Gifte
geschädigt wird. Denn kranke Bäume zum Beispiel wachsen nicht so wie
gesunde oder sterben ganz ab. Mittlerweile treffen sich Politiker aus
der ganzen Welt, um zu beraten, wie man die Natur am besten schützen
kann, damit die Lebensgrundlage für uns und unsere Nachkommen erhalten
bleibt. Das letzte Treffen zu diesem Zweck fand 2002 in Johannesburg
(Südafrika) statt und hieß Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung.
Nettoeinkommen
Werden vom Bruttoeinkommen die Steuern und Sozialabgaben abgezogen, dann bleibt das netto verfügbare Einkommen übrig.
Neuordnung der Berufe
Beinahe jedes Jahr wird das Angebot an Ausbildungsberufen von der
Wirtschaft gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und
Technologie neu geregelt. So kommen jährlich neue Ausbildungsberufe
hinzu und bestehende Berufe werden modernisiert. Allein seit 2000
wurden ein Drittel aller dualen Ausbildungsberufe neu geschaffen oder
modernisiert, seit 1996 sogar fast 80 Prozent.
Bei den
industriellen Metallberufen waren zum Beispiel die bisherigen Berufe in
einzelne Fachrichtungen untergliedert. So gab es vier verschiedene
Industriemechanikerberufe entsprechend den vier Fachrichtungen. Die neu
geordneten Berufe verzichten auf die verschiedenen Fachrichtungen. Es
sind die bisherigen Bezeichnungen der Grundberufe, wie z. B.
Industriemechaniker, Anlagenmechaniker etc., die erhalten bleiben.
Auch bei den industriellen Elektroberufen wurde auf die
unterschiedlichen Fachrichtungen verzichtet. Um die verschiedenen
Elektroberufe aber weiterhin näher bestimmen zu können, wurde jeweils
ein Zusatz „Elektroniker für ...“ festgelegt, wie zum Beispiel
Elektroniker für Betriebstechnik oder Elektroniker für Gebäude- und
Infrastruktursysteme.
Die Vernetzung der Elektronik mit der
Mechanik bei Kraftfahrzeugen fordert sowohl Metall- als auch
Elektroqualifikationen der Fachleute. Aus diesem Grund wurde zum
Beispiel der Ausbildungsberuf „Kraftfahrzeugmechatroniker“ neu
geschaffen. Er trat an die Stelle der beiden bisherigen industriellen
Kraftfahrzeugberufe (Automobilmechaniker und Kfz-Elektriker).
Outsourcing
Auslagerung
von betrieblichen oder unternehmerischen Aufgaben (z.B. EDV, Marketing,
Weiterbildung) an spezialisierte Unternehmen. Die ausgelagerten
Leistungen werden dann nicht mehr intern erbracht, sondern von außen
zugekauft. Das spart dem Unternehmen Kosten - und Arbeitsplätze.
Privatisierung
Das Wort
privat kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt der Herrschaft
beraubt, nicht öffentlich, persönlich oder vertraulich. Privates
Vermögen ist also ein persönliches Vermögen (zum Beispiel Geld,
Wertgegenstände, Haus, Auto usw.). Auch der Staat besitzt Vermögen, das
so genannte öffentliche Vermögen. Das können etwa Grundstücke sein,
Industrieanlagen, Verkehrswege wie Straßen und Eisenbahnen, aber auch
Goldbarren und Aktien. Entschließt sich der Staat aus bestimmten
Gründen, Teile seines Vermögens an Privatpersonen, private
Gesellschaften oder private Firmen zu verkaufen, so geht dieses
Staatseigentum in Privatbesitz, also in nicht öffentlichen Besitz über.
Es wird privatisiert. So wurde beispielsweise aus der Deutschen
Bundesbahn die Deutsche Bahn AG und die Deutsche Bundespost wurde in
drei Aktiengesellschaften umgewandelt: in die Deutsche Post AG, die
Deutsche Telekom AG und die Deutsche Postbank AG. Die Gründe für solche
Umwandlungen von Staatseigentum in Privateigentum sind vielfältig: Die
Wirtschaft (der Wettbewerb) soll angekurbelt werden, der Staat hat
weniger Verantwortung für diese großen Unternehmen und vor allem können
mit dem Geld aus dem Verkauf Staatsschulden bezahlt werden. Ob es sich
allerdings lohnt, Staatseigentum zu verkaufen, um Schulden zu
begleichen, ist bei den Wirtschaftsexpertinnen und -experten umstritten.
Produktivität
Für
die Schule ist ein Bericht über eine Betriebsbesichtigung fällig. Mit
traditionellen "Produktionsmitteln" (Kuli und Papier) dauert das bei
Dir zwei Stunden. Mit einer elektrischen Schreibmaschine 90 Minuten,
mit modernen Mitteln (PC und Textprogramm) schaffen Sie es in einer
Stunde: Ihre Produktivität steigt mit der besseren Kapitalausstattung
stark an. Die Produktivität bezeichnet somit das Verhältnis von Output
zu Input, von Produktionsmenge (Bericht) zu Faktoreinsatzmenge
(Arbeitszeit). Allgemeiner ausgedrückt ist die Produktivität ein Maß
für die Leistungsfähigkeit der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital.
Durch die immer bessere Ausstattung der Arbeitsplätze mit
leistungsfähigeren Produktionsmitteln ist die Arbeitsproduktivität im
Trend stark angestiegen. Das ist deswegen von großer Bedeutung, weil
dadurch auch die Reallöhne und das Wohlstandsniveau steigen können.
Rationalisierung
(lat.
ratio = Vernunft, Verstand) Vor dem Ersten Weltkrieg wurden in Henry
Fords Automobilfabriken bei Detroit rund zehntausend Autos im Jahr
produziert. Dann kam die Rationalisierung: An die Stelle der
handwerklichen Arbeitstechniken trat jetzt das Fließband. Jeder
Arbeiter führte nur noch ein paar spezialisierte Handgriffe aus;
Leerlauf und Wartezeiten wurden "wegrationalisiert", die
Durchlaufzeiten verkürzt, das Tempo gesteigert. Die Löhne wurden
kräftig angehoben, der freie Samstag eingeführt. Die Produktion
explodierte: Im Jahr 1914 wurden fast 250.000 Automobile hergestellt.
Durch die Massenproduktion wurde das Auto auch für die "Massen"
erschwinglich. Seither ist die Rationalisierung weiter fortgeschritten;
dem Fließband folgte die Automatisierung, der Einsatz von Robotern, die
Steuerung der Produktionsprozesse durch Computerprogramme, die
mikroelektronische Revolution. Ziel der Rationalisierung ist es,
Effizienz und Produktivität zu steigern und die Produktionskosten zu
senken; dadurch erhöht sich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen:
Sie können mehr Güter zu günstigeren Preisen anbieten. Im Falle der
Automobilproduktion sind die Stückkosten durch Mechanisierung und
Automatisierung so stark gefallen (während gleichzeitig die Einkommen
gestiegen sind), dass heute fast jeder ein Auto hat. Vor dem Ersten
Weltkrieg waren es nur die Reichen, die sich das Luxusgut Automobil
(plus Chauffeur) leisten konnten. Rationalisierung ist nicht auf den
technischen Bereich beschränkt, auch die Unternehmensorganisation kann
rationalisiert werden. An die Stelle hierarchischer Strukturen mit
vielen Kontrollebenen treten selbstorganisierte und
eigenverantwortliche Gruppen; die mittlere Führungsebene kann
ausgedünnt werden. Wenn Unternehmen rationalisieren, geht es häufig
auch darum, Lohnkosten, also Arbeitskräfte einzusparen. Sofern nicht
anderswo neue Arbeitsplätze entstehen, kommt es zu Entlassungen. Es ist
aber nicht so, dass wegen der Rationalisierung die Arbeit ausgeht. Seit
Jahrhunderten wird rationalisiert, und die Zahl der Erwerbstätigen hat
insgesamt zugenommen. Auch im Falle von Fords Fließbändern ist die Zahl
der Automobilarbeiter in Detroit enorm angestiegen, weil der Output
(die Zahl der Autos) schneller zunahm als die Produktivität (also der
Einsparungseffekt der Rationalisierung). Ist Rationalisierung ein
"Fluch" oder ein "Segen", ist sie eher ein "Job-Killer" oder ein
"Job-Knüller"; darüber wird heftig gestritten. Über einen längeren
Zeithorizont betrachtet haben bisher die arbeitsplatzschaffenden
Wirkungen der Rationalisierung überwogen. Immer ist Rationalisierung
aber auch ein Prozess der "schöpferischen Zerstörung".
Rentabilität
Wie
hoch ist die Rentabilität, wenn du deinem Freund2200 Euro leihen und
nach einem Jahr diese Summe plus 14 E "Zinsen" zurück bekommst?
(Formel: Ertrag/Gewinn als prozentualer Anteil am eingesetzten Kapital;
rechne mal!). In Marktwirtschaften verfolgen Unternehmen das Ziel, eine
möglichst hohe Rentabilität zu erreichen, also den Gewinn im Verhältnis
zum eingesetzten Kapital zu maximieren. Für diese Unternehmen ist die
Rentabilität eine Maßzahl des finanziellen Erfolg.
Rente/Pension
Wenn
ihr die Schule beendet habt, werdet ihr nach einer Lehre oder nach
einem Studium ins Arbeitsleben eintreten. Ihr bekommt einen Lohn oder
ein Gehalt, von dem monatlich ein bestimmter Anteil in die
Rentenversicherung unseres Landes eingezahlt wird. Wenn ihr das
Rentenalter erreicht habt (das liegt heute in der Regel bei 65 Jahren),
könnt ihr euer Arbeitsleben beenden und in den Ruhestand gehen. Um
euren Lebensunterhalt zu sichern, beantragt ihr dann eure Rente. Dies
ist ein Betrag, der euch monatlich ausgezahlt wird. Die Höhe ist davon
abhängig, wie viel ihr eingezahlt habt, aber auch davon, wie viele
Leute zu diesem Zeitpunkt arbeiten und in die Rentenversicherung
einbezahlen. Denn mit dem Geld, das die Menschen, die im Moment
arbeiten, in die Rentenversicherung einzahlen, wird unsere Rente
finanziert. (Das ist übrigens ein so genannter Generationenvertrag,
weil nämlich die jüngere, arbeitende Generation für die ältere
Generation einzahlt. Wenn dann die Jüngeren alt sind, zahlen für sie
wiederum diejenigen, die dann jung sind.) Man kann während des
Arbeitslebens zusätzlich auch in eine private Versicherung einbezahlen,
um sicherzugehen, dass die Rente später auch ausreicht.
Rentenversicherung
Die gesetzliche Rentenversicherung ist Teil des Systems der staatlichen
Sozialversicherungen. Sie ist eine Zwangsversicherung: Alle
Arbeitnehmer müssen einen bestimmten Teil ihres Bruttoeinkommens in die
Rentenversicherung einbezahlen; der Beitragssatz liegt zurzeit bei 19,5
Prozent; Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich den Betrag. Die
eingezahlten Rentenbeiträge werden unmittelbar wieder an die heutigen
Rentner ausbezahlt (vgl. Generationenvertrag).
Schwarzarbeit
Wer
in Deutschland arbeitet, muss Steuern und Abgaben an die
Sozialversicherung bezahlen. Dies gilt, von einigen wenigen Ausnahmen
abgesehen, für alle. Auch wer Arbeiter beschäftigt, muss für diese
Abgaben bezahlen. Wieviel das im Einzelnen ist, hängt vom Lohn oder
Gehalt ab und von der jeweiligen Steuerklasse. Wenn jemand Geld
verdient, ohne es zu versteuern, dann ist das in den meisten Fällen
illegal. Illegal ist in der Regel auch, wenn jemand andere für sich
arbeiten lässt und keine Abgaben an die Sozialversicherung zahlt. All
das nennt man Schwarzarbeit. Auf diese Weise entgehen dem Staat jedes
Jahr Einnahmen in Milliardenhöhe. Weil der Staat aber das Steuergeld
braucht, um seine Aufgaben zu erfüllen, müssen dann diejenigen, die
regulär ihre Abgaben leisten, noch mehr bezahlen. Sie zahlen sozusagen
für die Schwarzarbeiter mit. Hinzu kommt, dass Schwarzarbeiter durch
ihre illegale Tätigkeit Arbeitslosen die Chance auf einen Arbeitsplatz
wegnehmen. Schwarzarbeit ist in hohem Maße schädlich für die gesamte
Volkswirtschaft, also für uns alle. Schwarzarbeiter und Leute, die
andere für sich schwarzarbeiten lassen, handeln gegen das Gesetz und
müssen mit Bußgeldstrafen rechnen.
Solidaritätszuschlag
Aus
(staatlich verordneter) Solidarität mit den Menschen in den neuen
Bundesländern bezahlen alle Steuerpflichtigen seit 1995 einen Zuschlag;
er beträgt 5,5 Prozent auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer. Diese
Mittel werden dafür verwendet, die Lebensverhältnisse in Ostdeutschland
zu verbessern und denen in Westdeutschland anzugleichen.
Soziale Marktwirtschaft
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Westdeutschland die
Wirtschaftsordnung der Sozialen Marktwirtschaft von Ludwig Erhard und
Alfred Müller-Armack eingeführt. Die leitende Idee war dabei, den
Kapitalismus sozialverträglich zu gestalten. Eine aktive staatliche
Wettbewerbspolitik sollte der Entstehung wirtschaftlicher Macht und
marktbeherrschender Unternehmen einen Riegel vorschieben. Eine breit
angelegte Sozialpolitik sollte für "sozialen Ausgleich" sorgen, d.h.
soziale Sicherheit bieten (Sozialversicherung) und soziale
Gerechtigkeit herstellen - durch Sozialleistungen und
Einkommensumverteilung. Das Prinzip des "sozialen Ausgleichs" hat zu
einer starken Ausweitung des Sozialstaats geführt. Entsprechend ist die
Belastung der privaten Haushalte und der Unternehmen mit Steuern und
Sozialabgaben progressiv angestiegen. Heute wird deswegen versucht,
eine "Neue soziale Marktwirtschaft" zu schaffen, - mit weniger
Sozialstaat und mehr Eigenverantwortung der Wirtschaftsbürger.
Sozialpolitik
Wichtigstes
Ziel der Sozialpolitik ist der "soziale Ausgleich", d.h. die
Verbesserung der Lage "sozial schwacher" Personen und Familien mit
geringem Einkommen durch Sozialleistungen und Umverteilungsmaßnahmen
(z.B. progressive Einkommensteuer). Zur Sozialpolitik gehören die
gesetzlichen Sozialversicherungen, Familienpolitik (Kindergeld, BAföG),
Wohnungspolitik (sozialer Wohnungsbau, Bausparprämien, Wohngeld),
Vermögensbildungspolitik (Sparförderung, vermögenswirksame Leistungen)
sowie - als beste Sozialpolitik: eine erfolgreiche
Beschäftigungspolitik.
Sozialstaat
In der deutschen Verfassung, dem Grundgesetz, sind nicht nur die
politischen Rechte und Freiheiten für jede Bürgerin und jeden Bürger
garantiert. Der (Sozial-)Staat verpflichtet sich auch, allen Bürgern
soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten. Der Begriff "sozial" kommt aus
dem Lateinischen und heißt "allgemein". Es soll niemand allein gelassen
werden, wenn er durch schwierige Umstände wie zum Beispiel Krankheit
oder Arbeitslosigkeit in Not geraten ist. Der Staat unterstützt durch
die Sozialhilfe mit dem Nötigsten. Der Staat sorgt auch für alte und
kranke Menschen, wenn sie selbst oder ihre Angehörigen dazu nicht in
der Lage sind. Deutschland wird nicht nur als "Rechtsstaat" bezeichnet,
sondern als "sozialer Rechtsstaat". Alle Aktivitäten und Gesetze des
Staates, die dazu da sind, um die Menschen abzusichern und das Leben
von schwachen, kranken und schutzbedürftigen Menschen zu verbessern,
nennt man Sozialpolitik. In einem Sozialstaat spielen sie eine wichtige
Rolle. Die Sozialpolitik soll auch dazu beitragen, dass sich die
Menschen in ihrem Staat wohlfühlen und dass es möglichst wenig Streit
und Ärger in der Gesellschaft gibt.
Sozialversicherung
Mit
diesem Begriff bezeichnet man die so genannten gesetzlichen
Pflichtversicherungen. Das sind Versicherungen, die vom Gesetz
vorgeschrieben sind. Die Sozialversicherung soll die Arbeitnehmer vor
den Folgen von Krankheit, Alter, aber auch vor Einkommensverlusten bei
Arbeitslosigkeit schützen. Die Sozialversicherung umfasst in
Deutschland verschiedene Versicherungen: die jeweils gesetzliche
Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung, Renten-
sowie Arbeitslosenversicherung. Jeder, der arbeitet, muss monatlich
einen bestimmten Betrag, der von seinem Einkommen abhängig ist, in
diese Versicherungen einzahlen. Einen weiteren Anteil zahlen die
Arbeitgeber. Deren Beitrag ist in den meisten Fällen genauso hoch wie
der der Arbeitnehmer. Ein Sonderfall ist die Unfallversicherung. Die
muss der Arbeitgeber für seine Beschäftigten alleine zahlen. Hinter der
Sozialversicherung steht der Gedanke, dass die Gemeinschaft der
versicherten Arbeitnehmer dem Einzelnen hilft, wenn er in Not gerät,
krank oder arbeitslos wird, einen Unfall erleidet oder im Alter
pflegebedürftig ist. Beamte sind nicht in der gesetzlichen
Sozialversicherung. Sie sind nach einem besonderen Versorgungsrecht
abgesichert. In Deutschland gab es übrigens früher als in anderen
Ländern die ersten Sozialversicherungen: 1883 die Krankenversicherung,
1884 die Unfallversicherung und 1889 die Invaliden- und
Altersversicherung.
Staat
Das Wort kommt aus dem Lateinischen "status" und dem
italienischen "stato" und heißt so viel wie "Zustand" oder
"Verfassung". Der Begriff wurde übrigens zum ersten Mal im 15.
Jahrhundert von dem italienischen Schriftsteller Niccolo Machiavelli
gebraucht und hat sich Ende des 18. Jahrhunderts auch im deutschen
Sprachraum durchgesetzt. Staat meint eine Vereinigung vieler Menschen,
die (freiwillig) in einem bestimmten, abgegrenzten Gebiet leben.
Meistens ist ein Staat über einen längeren Zeitraum gewachsen, seine
Bürger sind durch die gleiche Staatsangehörigkeit verbunden. Man nennt
diese Gemeinschaft das Staatsvolk; das Gebiet, auf dem das Staatsvolk
lebt, ist das Staatsgebiet (dazu gehört auch der Luftraum darüber und
ein bestimmter Streifen am Küstenmeer, meistens drei Seemeilen). Ein
Staat ist normalerweise von keiner anderen Macht abhängig, er gibt sich
seine eigenen Regeln (Gesetze). Die Polizei, das Militär und andere
Staatsorgane üben die Staatsgewalt aus. Sie sorgen dafür, dass diese
Regeln eingehalten werden und dass die Unabhängigkeit des Staates von
keiner anderen Macht bedroht wird. Damit in einem Staat nicht das Chaos
ausbricht, hat er eine bestimmte Herrschafts- und Regierungsform. Bei
uns und in vielen anderen Ländern ist das die Demokratie, in der die
Macht vom Volk ausgeht, das seine Vertreter in das Parlament wählt.
Andere Staaten haben als Herrschaftsform zum Beispiel eine Monarchie
oder eine Diktatur.
Staatskasse
Die Staatskasse ist eine Bezeichnung für alle Einnahmen
eines Staates. Es sind die Steuern aller Bürger und Firmen, die Gewinne
aus Verkäufen oder sonstigen Geschäften, die der Staat getätigt hat,
und viele andere Gelder. Diese Gelder liegen auf Konten der Deutschen
Bundesbank oder bei anderen Banken. Wenn der Staat viele Einnahmen hat,
ist die Staatskasse gefüllt, und man kann damit viele Dinge in Angriff
nehmen, etwa Straßen bauen, Kindergärten und Schwimmbäder oder auch von
den Bürgern im nächsten Jahr weniger Steuern verlangen.
Steuern
Steuern
sind Geldzahlungen des Bürgers. Der Staat verwendet dieses Geld, um
seine Aufgaben zu erfüllen. Das heißt, er baut Straßen, Schulen,
Sportanlagen, Krankenhäuser und vieles mehr. Mit den Steuern bezahlt er
auch die Lehrerinnen, die Polizisten und alle anderen, die für den
Staat arbeiten. Steuern werden auf unterschiedliche Weise bezahlt. Wer
arbeitet und Geld verdient, zahlt einen bestimmten Anteil davon als
Steuern an das Finanzamt. Das sind so genannte "direkte Steuern", sie
gehen direkt ans Finanzamt. Dann gibt es noch die "indirekten Steuern".
Die gehen sozusagen über einen Umweg ans Finanzamt. Dazu gehört zum
Beispiel die so genannte Mehrwertsteuer. Die zahlen wir alle jedes Mal,
wenn wir Milch, Benzin, Klamotten oder andere
Sachen kaufen. Diese Steuer ist schon im Preis enthalten. Deshalb steht
auf einer Rechnung auch meistens: einschließlich 19 Prozent
Mehrwertsteuer.
Steuerpolitik
Mit Steuern verschafft sich der Staat Einnahmen. Indem er Steuern
einführt oder abschafft, erhöht oder senkt, kann der Staat die Höhe
seiner Einnahmen beeinflussen und verschiedene Gruppen von
Steuerzahlern unterschiedlich stark belasten. Durch die progressive
Gestaltung der Einkommensteuer können umverteilungspolitische Ziele
erreicht werden, durch Steuerbefreiungen, z.B. Kinderfreibeträge,
werden sozialpolitische Ziele verfolgt.
Streik
Arbeitnehmer und Arbeitgeber verhandeln über die Höhe von Löhnen und
Gehältern und über Arbeitszeiten. Wenn sie sich nicht einigen können,
kann es zu einem Arbeitskampf kommen. Dann können Arbeitnehmer für eine
bestimmte Zeit ihre Arbeit niederlegen. Das ist ein Streik. (Das Wort
kommt vom englischen Wort to strike, das bedeutet "stoßen" oder
"schlagen".) Auf diese Weise wollen die Arbeiter und Angestellten ihre
Forderungen durchsetzen. Sie wollen die Arbeitgeber unter Druck setzen,
denn wenn nicht gearbeitet wird, kann ein Betrieb in dieser Zeit nichts
verdienen. Streikposten verhindern vor den Toren der Betriebe, dass
Arbeitswillige ihren Arbeitsplatz erreichen. Meistens wird ein Streik
von den Gewerkschaften organisiert. Vorher aber müssen alle
Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um zu einer Einigung mit den
Arbeitgebern zu kommen. Wenn die Verhandlungen gescheitert sind, müssen
in einer so genannten "Urabstimmung" die Mitglieder der Gewerkschaften
entscheiden, ob sie streiken wollen. Nur wenn die Mehrheit zustimmt,
kann gestreikt werden. Warnstreiks sind kurze ein- bis zweistündige
Arbeitsniederlegungen. Sie können während der Tarifverhandlungen und
ohne Urabstimmung stattfinden.
Sozialstaat
Der Kern des Sozialstaates sind die gesetzlichen Sozialversicherungen
(Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung).Darüber
hinaus verteilt der Sozialstaat eine Fülle von steuerlich finanzierten
Sozialleistungen (wie Sozial- und Arbeitslosenhilfe, Wohngeld,
Kindergeld, BAföG usw.). Die Ausweitung des Sozialstaats geht mit einer
steigenden Staatsquote einher, und diese mit einer steigenden Belastung
des Faktor Arbeit, denn es sind im Wesentlichen die Arbeitseinkommen,
denen die Sozialabgaben und Lohnnebenkosten aufgebürdet werden. So
kommt es zu einer unheilvollen Spirale: Weil die Arbeitskosten für die
Unternehmen zu hoch sind, wird rationalisiert und ins Ausland
verlagert; die Arbeitslosigkeit steigt, und entsprechend die
Aufwendungen des Sozialstaats für Arbeitslosenversicherung,
Arbeitslosenhilfe, Sozialhilfe, Wohngeld usw. Wegen der höheren
Aufwendungen müssen die Beitragssätze der Sozialversicherungen erhöht
werden, was den Faktor Arbeit noch weiter verteuert und noch mehr Leute
arbeitslos macht usw. usw.
Subvention
Ein Theater oder eine Oper kann nicht nur durch den Verkauf von
Eintrittskarten finanziert werden. Diese Gelder würden nicht reichen,
das Theater wäre also bald pleite. Daher wird es von der Stadt
unterstützt, denn die Stadt ist daran interessiert, dass es solche
Kultureinrichtungen gibt. Diese Unterstützung nennt man Subvention (vom
lateinischen Wort "subvenire", was auf Deutsch "zur Hilfe kommen",
"beistehen" heißt). Der Staat gibt auch finanzielle Leistungen an
Unternehmen, an Wirtschaftszweige oder an besonders bedürftige
Regionen, ohne dafür eine direkte Gegenleistung zu erhalten. Diese
Subventionen - das können neben direkten finanziellen Leistungen auch
indirekte Hilfen wie Steuervergünstigungen sein - sind allerdings meist
an bestimmte Bedingungen (man spricht auch von Auflagen) gebunden. Zum
Beispiel sollen Umweltschädigungen vermieden werden oder die staatliche
Subvention soll helfen, in einer armen Gegend Industriebetriebe
anzusiedeln, um dort Arbeitsplätze zu schaffen. Man hofft, dass sich
auf längere Sicht gesehen Subventionen lohnen und die Wirtschaft sich
positiv entwickelt. In Deutschland sind die Hauptempfänger von
Subventionen die Landwirtschaft, der Kohlenbergbau, die Werften und der
Wohnungsbau. Diese Unterstützungen werden vom Staat, von den Ländern
oder den Kommunen vergeben. Auch die Europäische Union unterstützt mit
Subventionen weniger entwickelte Länder der Gemeinschaft.
Anmerkung: In
letzter Zeit hört und liest man öfters das Wort "Subventionsabbau". Es
bedeutet, dass wegen schlechter Haushaltslage, mangelnder Finanzen des
Staates, der Länder und der Gemeinden Subventionen gekürzt oder
gestrichen werden. Das Stadttheater oder die Oper, von denen oben die
Rede war, muss also in Zukunft vielleicht mit weniger Geld auskommen.
Tarifvertrag
Dieser
Vertrag ist eine schriftliche Vereinbarung, der zwischen den
Gewerkschaften und Vertretern der Arbeitgeber (diese beiden nennt man
auch "Tarifvertragsparteien") ausgehandelt wird. Darin wird festgelegt,
wie hoch der Lohn oder das Gehalt für bestimmte Berufsgruppen ist, wie
viele Urlaubstage es gibt und noch anderes mehr. Diese Vereinbarungen
gelten für Betriebe, Ämter und Behörden sowie für ihre Arbeiter,
Angestellten und Beamte. Die Vereinbarungen haben nur eine bestimmte
Zeitlang Gültigkeit. Die Tarifvertragsparteien haben das Recht, über
die Löhne und Gehälter selbstständig zu verhandeln, ohne dass sich
jemand anders (zum Beispiel die Regierung) einmischt. Dieses Recht
nennt man "Tarifautonomie". Die Tarifautonomie ist in Deutschland im
Grundgesetz festgeschrieben.
Tigerstaaten
Hongkong,
Singapur, Südkorea und Taiwan werden als die "vier kleinen
Tigerstaaten" bezeichnet - wegen ihrer rasanten Industrialisierung und
Modernisierung. Indonesien, Malaysia, die Philippinen und Thailand
gelten als die Tigerstaaten der zweiten Generation.
Umsatz
Verkauft
ein Unternehmen im Jahr 100 Maschinen zum Preis von je 400.000 Euro, dann
beträgt sein Umsatz (= Menge mal Preis) 40 Mio. Euro Jahr.
Unternehmen
Man
kann Unternehmen unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten:
Technisch gesehen produzieren sie Güter; in rechtlicher Hinsicht sind
es selbständig wirtschaftende Organisationen, die aus mehreren
Betrieben, Tochterunternehmen usw. bestehen können. Wirtschaftlich
gesehen setzen Unternehmen Produktionsfaktoren wie Kapital, Arbeit und
Wissen ein, um mit dem Verkauf von Gütern eine möglichst hohe Rendite
auf das eingesetzte Kapital zu erwirtschaften. Neben privaten
Unternehmen gibt es in unserem Wirtschaftssystem auch öffentliche
Unternehmen, die in der Regel Versorgungsleistungen erbringen (z.B.
öffentlicher Nahverkehr, Energieversorgung, Müllabfuhr usw.); sie
streben in der Regel nicht nach Gewinn, sondern nach Kostendeckung.
Privatwirtschaftliche Unternehmen kombinieren Produktionsfaktoren zu
dem Zweck, Güter zu produzieren, für die auf den Märkten kaufkräftige
Nachfrage besteht. Der Chance auf Gewinne steht dabei das Risiko von
Verlusten gegenüber. Als Nebeneffekt ihrer Güterproduktion fragen
Unternehmen Arbeitskräfte nach und sorgen insofern für Beschäftigung.
Arbeitsplätze zu schaffen oder für Beschäftigung zu sorgen ist jedoch
kein primäres Ziel von Unternehme
Volkswirtschaft
Alle privaten Haushalte, sämtliche kleine und große Firmen und
Unternehmen sowie staatliche Einrichtungen eines Staates bilden
zusammen die Volkswirtschaft. Vereinfacht kann man sagen: Alle, die
produzieren (erzeugen) und konsumieren (verbrauchen), gehören zur
Volkswirtschaft. Eines ihrer Merkmale ist die gemeinsame Währung (zum
Beispiel der Euro) und ein gemeinsames Wirtschaftssystem. In
Deutschland ist das Wirtschaftssystem die freie soziale
Marktwirtschaft. Die Wirtschaftspolitik der Regierung, der Stand der
Technik, die wirtschaftliche Leistungskraft der Menschen, das Klima und
Bodenschätze wie Kohle, Eisenerz und Ölvorkommen spielen für die
Volkswirtschaft eine große Rolle. Auch die geografische Lage ist
wichtig, denn wenn es zum Beispiel große Häfen gibt, können Güter
leichter in alle Welt transportiert werden. Alle diese Dinge wirken
zusammen und bestimmen letztlich, wie gut eine Volkswirtschaft
funktioniert.
Wachstum (wirtschaftliches Wachstum)
Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung - und damit des
Volkseinkommens. Die Quellen des Wachstums sind a) mehr
Produktionsfaktoren, b) verbesserte Produktionsfaktoren (technischer
Wandel, höhere Qualifikationen). Gemessen wird das Wachstum als
prozentuale Veränderungsrate des realen BIP gegenüber dem Vorjahr: Im
Jahr 2000 betrug das BIP-Wachstum 2,9 Prozent, im Jahr 2002 nur 0,1
Prozent und 2004 wieder 1,7 Prozent. (Quelle: Statistisches Bundesamt)
Wettbewerb
Ein Monopol ist keinem Wettbewerb ausgesetzt; es fehlen die
Konkurrenten. Wettbewerb entsteht, wenn es auf einem Markt mehrere
Anbieter gibt, die um die Gunst (= das Geld) der Nachfrager wetteifern.
Wettbewerb ermöglicht es den Konsumenten, zwischen verschiedenen
Angeboten auszuwählen. Das zwingt die Anbieter, ihr
Preis-Leistungsverhältnis laufend zu verbessern. Der Wettbewerb führt
zu Leistungssteigerungen und Innovationen. Es kann aber auch zu
übersteigertem Wettbewerb kommen: Verdrängungswettbewerb mit unlauteren
Mitteln.
Wirtschaft
Wenn die Menschen arbeiten, dann erzeugen sie sehr oft etwas. Sie bauen
Autos, Maschinen, Häuser, sie fertigen Kleidung, backen Brot, pflanzen
Getreide oder bauen Obst an. Diese Beispiele kann man um viele tausend
andere ergänzen. Alle Bereiche zusammen, in denen Menschen etwas
herstellen, bezeichnet man mit Wirtschaft. Dazu gehören auch die
Dienstleistungen. Das sind alle Tätigkeiten, wo nichts direkt
hergestellt wird, also im Handel, Verkehr, Banken, Versicherungen,
Verwaltung, Polizei usw. Einzelbereiche der Wirtschaft heißen zum
Beispiel Landwirtschaft, Bauwirtschaft, Bergbau, Autoindustrie oder
Nahrungsmittelwirtschaft. Zusammenfassend kann man sagen, dass die
Wirtschaft eines Landes dafür sorgen muss, dass die Menschen die Güter
und Dienstleistungen erhalten, die sie brauchen. In der Wirtschaft
regelt einerseits die Nachfrage das Angebot: Je mehr Menschen eine Ware
haben wollen, also eine Ware nachfragen, desto mehr wird diese Ware
auch produziert und angeboten. Wenn viele Leute eine bestimmte
Jeans-Marke haben wollen, dann werden die Hersteller von Jeans dafür
sorgen, dass man diese Jeans möglichst schnell kaufen kann.
Andererseits wird die Nachfrage auch durch Angebote geweckt. Wenn zum
Beispiel ein neues Computerspiel entwickelt wurde und auf dem Markt
ist, soll es auch nachgefragt werden. Die Menschen werden dann vor
allem über die Werbung zum Kauf angeregt. Wenn aber ein Produkt nicht
mehr nachgefragt wird, die Autos einer bestimmten Marke also keine
Käufer mehr finden, dann werden sie auch nicht mehr gebaut, nicht mehr
angeboten. Im Gegensatz zur Marktwirtschaft gibt es die Planwirtschaft,
die auch Zentralverwaltungswirtschaft genannt wird. Die
Wirtschaftsordnung in Deutschland ist die soziale Marktwirtschaft.
Wirtschaftspolitik
Damit
werden alle Maßnahmen und Aktivitäten des Staates bezeichnet, die das
Ziel haben, das Wirtschaftsleben zu steuern, zu beeinflussen und zu
ordnen. Grundlage der Wirtschaftspolitik ist die Wirtschaftsordnung des
Staates. In Deutschland ist das die freie soziale Marktwirtschaft. Ihre
Ziele sind unter anderem die soziale Absicherung der Menschen, Erhöhung
des Wohlstandes, stabile Preise und Löhne sowie das Wachstum der
Wirtschaft. Wirtschaftspolitik sollte auch dafür sorgen, dass die
meisten Menschen Arbeit haben und es keine Konflikte mit den
Volkswirtschaften anderer Länder gibt. Die wichtigsten Gründe, warum
der Staat Wirtschaftspolitik betreibt, sind die folgenden: a) die
Markt- und Wettbewerbsordnung ist nicht stabil; sie erhält sich nicht
von selbst, sondern muss durch Ordnungs- und Wettbewerbspolitik
"veranstaltet" und abgesichert werden; b) der Markt funktioniert gut
bei privaten Gütern, aber nicht bei öffentlichen Gütern (z.B. Straßen,
Schulbildung, innere und äußere Sicherheit usw.); diese müssen deswegen
über öffentliche Haushalte und Zwangsabgaben (Steuern) bereitgestellt
werden; c) der Markt führt zu einer sehr ungleichen Einkommens- und
Vermögensverteilung; durch Umverteilungs- und Sozialpolitik kann der
Staat dies (etwas) korrigieren; und schließlich d) neigt der Markt zu
Konjunktur- und Wachstumsschwankungen; Stabilisierungspolitik soll die
Konjunktur beständiger machen.
Wirtschaftsgut
Fahrräder, Blinddarmoperationen, ein Beratungsgespräch - das sind
Beispiele für Wirtschaftsgüter, nämlich Waren und Dienstleistungen, die
begehrt und knapp sind und die einen Preis haben. Atemluft ist zwar
auch begehrt, aber
sie hat keinen Preis; also ist Atemluft kein Wirtschaftsgut.
Zweijährige Ausbildung
Die zweijährigen Ausbildungsberufe in der M+E-Industrie bieten den eher
praktisch begabten Jugendlichen die Chance auf einen qualifizierten und
anerkannten Berufsabschluss. Das ist eine echte Alternative, gerade für
Bewerber mit schwächeren schulischen Leistungen. Denn die
fachtheoretischen Anforderungen sind hier nicht so hoch wie bei den
gewerblich-technischen Ausbildungsberufen mit dreieinhalbjähriger
Ausbildungsdauer.
Und auch mit einer zweijährigen Berufsausbildung
kann man später eine Weiterbildung zum Meister oder Techniker angehen.
Außerdem bieten viele Unternehmen den interessierten Azubis auch die
Chance – bei guten Leistungen im Betrieb und in der Berufsschule –, auf
einen dreieinhalbjährigen Beruf umzusteigen.
Quellen:
Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e. V.
Arbeitsagentur für Arbeit (2007)
Statistisches Bundesamt: www.destatis.de (2007)
Bundeszentrale für politische Bildung: www.hanisauland.de
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