Das große Wirtschafts-ABC


A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Aa

Abschwung
Die Wirtschaft eines Landes lebt vom Wachstum. Gibt es zeitweise keinen Zuwachs mehr, spricht man von Stagnation, das heißt Stillstand, Stau. Wenn sich die wirtschaftliche Lage aber verschlechtert, die Wachstumskurve nach unten geht, befindet sich ein Land im Abschwung. Das wird auch Rezession (= Rückgang) genannt. Das heißt zum Beispiel, dass die Unternehmen weniger produzieren und Mitarbeiter entlassen. Die Zahl derjenigen, die vom Staat unterstützt werden müssen, steigt. Der Staat muss Schulden machen, kann sich nicht mehr um alle öffentlichen Aufgaben, zum Beispiel den Bau oder Ausbau von Verkehrswegen kümmern. Die Regierung versucht dann, mit den Mitteln der Konjunkturpolitik die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Zum Beispiel können die Steuern gesenkt werden, damit die Unternehmen in die Lage kommen, billiger zu produzieren und die Menschen wieder mehr Geld in der Tasche haben, um mehr kaufen zu können.

Arbeitgeber
Personen und Institutionen (Unternehmen, Staat), die Arbeitnehmer beschäftigen. Grundlage ist ein Arbeitsvertrag, der dem Arbeitgeber bestimmte Weisungsrechte gegenüber Arbeitnehmern einräumt. Bei Tarifverhandlungen bilden Arbeitgeberverbände die Gegenseite zu den Gewerkschaften.

Arbeitnehmer
Personen (abhängig Beschäftigte), die bei einem Arbeitgeber in einem Beschäftigungsverhältnis stehen und für ihre Arbeitsleistungen ein Entgelt beziehen.

Arbeitslosigkeit
Wenn jemand entlassen wird, wird er oder sie arbeitslos. Für viele Menschen ist Arbeitslosigkeit eine schlimme Erfahrung. Sie haben das Gefühl, dass man sie nicht mehr braucht, obwohl sie noch arbeiten könnten und wollen. Außerdem haben sie nach der Entlassung viel weniger Geld als vorher, denn die Arbeitslosenversicherung, in die sie während ihrer Beschäftigung eingezahlt haben, zahlt nur ungefähr 60 Prozent ihres alten Gehaltes. Das gilt auch für diejenigen Menschen, die nicht von ihrem Arbeitgeber entlassen wurden, sondern von sich aus gekündigt und dann keine Arbeit gefunden haben.
Arbeitslose müssen sich in bestimmten Abständen bei der Agentur für Arbeit melden. Dort versucht man, sie für eine neue Arbeit zu vermitteln. Melden sich die Arbeitslosen nicht, gibt es kein Arbeitslosengeld. Je länger die Arbeitslosigkeit dauert und je älter Arbeitssuchende sind, um so schwieriger wird es, einen neuen Job zu finden.
Hauptursachen für Arbeitslosigkeit:
- Konjunkturelle Arbeitslosigkeit: zyklische Schwankungen im Wirtschaftgeschehen, z.B. durch Rezession.
- Strukturelle Arbeitslosigkeit: Niedergang einer Branche, Rationalisierung, fehlende Flexibilität am Arbeitsmarkt.
- Systemische Arbeitslosigkeit: allg. Schwäche des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems, Unternehmen investieren im Ausland, mangelnde Attraktivität für Investoren.
- Friktionelle Arbeitslosigkeit: kurzfristige Übergangsschwierigkeiten, z.B. beim Arbeitsplatzwechsel.
Arbeitskampf
Angenommen, Arbeiter und Angestellte in der Autoindustrie fordern mehr Lohn oder wollen kürzere Arbeitszeiten und bessere Arbeitsbedingungen haben. Sie beauftragen die Gewerkschaften, die ihre Interessen vertreten, mit den Unternehmern und deren Verbänden über die Lohnerhöhung zu verhandeln. Einen Konflikt gibt es, wenn die Arbeitgeber die Forderungen und Vorschläge der Gewerkschaften ablehnen. Wenn es auch nach mehreren Verhandlungsrunden zu keiner Einigung kommt, beschließen die Arbeiter häufig, einige Zeit nicht zu arbeiten. Dann streiken sie.
Eine andere Form dieses Kampfes ist die Aussperrung. Dabei können die Firmenleitungen, also die Arbeitgeber, ihre Arbeiter und Angestellten für eine bestimmte Zeit von der Beschäftigung und den Lohnzahlungen ausschließen. Um einen Streik abzuwehren, drohen die Arbeitgeber manchmal mit der Aussperrung.
Arbeitslosengeld
Wenn jemand seine Arbeit verliert, hat er für eine bestimmte Zeit Anspruch auf Arbeitslosengeld. In der Fachsprache wird das als "Lohnersatzleistung" bezeichnet. Ausgezahlt wird das Geld vom Arbeitsamt. Bevor jemand Arbeitslosengeld beantragen kann, muss er mindestens 12 Monate lang gearbeitet haben. Er muss zudem von seinem Gehalt oder Lohn monatlich einen gewissen Betrag in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.
Wie hoch das Arbeitslosengeld ist, hängt davon ab, wie viel der Arbeitslose vorher verdient hat. Und wichtig ist auch, in welcher persönlichen Situation der Arbeitslose lebt. Jemand, der zum Beispiel eine Familie zu ernähren hat, bekommt 67 Prozent vom früheren Lohn, Arbeitslose ohne Kinder erhalten 60 Prozent.
Seit 1. Januar 2005 können Arbeitslose nur noch 12 Monate lang Arbeitslosengeld bekommen. Menschen, die 55 Jahre oder älter sind, werden es höchstens 18 Monate lang erhalten. Um aber überhaupt Arbeitslosengeld bekommen zu können, muss sich der Arbeitslose Mühe geben, eine neue Arbeit zu finden. Bietet das Arbeitsamt dem Arbeitslosen eine zumutbare Arbeit an, muss der Arbeitslose diese Arbeit annehmen. Weigert er sich, können die Geldleistungen erheblich gekürzt werden.
Ist jemand länger als 12 Monate arbeitslos, dann erhält er das Arbeitslosengeld II. Er bekommt die Wohnkosten, die Krankenversicherung und seit dem 1. Juli 2007 eine bundeseinheitliche Geldleistung von 347 Euro. Wer das so genannte ALG II erhält, muss u. a. seine Vermögensverhältnisse offen legen, darf in keiner zu großen und teuren Wohnung leben und muss jede Arbeit annehmen, die ihm angeboten wird, egal was er vorher gemacht oder verdient hat.

Arbeitsmarkt/Arbeitsmarktpolitik

Man bezeichnet damit einen "virtuellen", also unsichtbaren und nur vorgestellten Ort, auf dem die Nachfrage und das Angebot von Arbeitskräften zusammentreffen. Wenn zum Beispiel in einem bestimmten Industriezweig, sagen wir auf dem Bau, Arbeiter und Ingenieurinnen gebraucht werden, versuchen die Firmen über die Agentur für Arbeit oder durch Stellenanzeigen die richtigen Leute zu finden. Auf dem Arbeitsmarkt wird auch über die Höhe der Löhne und Gehälter verhandelt und über die Arbeitsbedingungen. Damit nicht jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer alleine über den Lohn oder die Arbeitszeit oder auch die Zahl der Urlaubstage verhandeln muss, haben sich viele Arbeitnehmer in Gewerkschaften zusammengeschlossen, die ihre Interessen vertreten. So wie die Arbeitnehmer sich in den Gewerkschaften zusammenschließen, so schließen sich auch die Arbeitgeber in eigenen Verbänden zusammen. Diese sollen dafür sorgen, dass auf dem Arbeitsmarkt die Interessen der Arbeitgeber berücksichtigt werden.
Mit Arbeitsmarktpolitik werden alle Maßnahmen bezeichnet, die das Angebot und die Nachfrage von Arbeitskräften regeln. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Arbeitslosigkeit entsteht oder - was auch passieren kann - dass es einen Mangel an Arbeitskräften gibt. Zur Arbeitsmarktpolitik gehört es auch, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass möglichst viele neue Arbeits- und Ausbildungsplätze entstehen können.
Arbeitsteilung
In einer Schule zum Beispiel sind viele Menschen arbeitsteilig mit der Aufgabe befasst, bei Schülern Lernprozesse zu ermöglichen: Deutschlehrer, Hausmeister, Chemielehrer, Sekretäre, Rektor, Sportlehrer usw. Die Aufteilung der Arbeit in verschiedene Tätigkeiten, Berufe, Spezialisierungen und Funktionen ist typisch für entwickelte Gesellschaften. Dadurch werden Effizienz und Produktivität gesteigert. Nachteilig ist, dass eine Chemielaborantin oder ein Schweißer nur noch ein sehr enges Spektrum von spezialisierten Tätigkeiten ausführt; Potenziale an Handlungsmöglichkeiten bleiben ungenutzt. Heute wirkt man der übertriebenen Spezialisierung entgegen, indem Tätigkeitsinhalte wieder ausgeweitet ("angereichert") werden.
Arbeitsunfall
Jeder Arbeitnehmer und Auszubildender ist über seinen Arbeitgeber unfallversichert. Als Arbeitsunfall gelten nur Unfälle, die während der Arbeitszeit passieren. Dazu gehören auch Gemeinschaftsveranstaltungen des Unternehmens, wie zum Beispiel Betriebsfeiern, –ausflüge oder –versammlungen. Auch der direkte Weg zur Arbeit und von der Arbeit nach Hause ist versichert.
Keine Arbeitsunfälle sind hingegen Unfälle, die sich während der Arbeitspausen ereignen.

Aktie
(lateinisch actio, bedeutet so viel wie Handlung) Sie ist eine Urkunde. Sie bescheinigt ihrem Besitzer, dass er einen bestimmten Geldbetrag einem Unternehmen (einer Aktiengesellschaft) zur Verfügung gestellt hat. Das hat er nicht aus Großzügigkeit getan, sondern weil er mit dieser Aktie bestimmte Rechte erwirbt. Zum Beispiel wird er Miteigentümer dieser AG und hat einen Anspruch auf einen Teil des Gewinns, den das Unternehmen erwirtschaftet. Wenn dieser Gewinn hoch ist, steigt auch der Wert der Aktien. Der Aktienbesitzer (Aktionär) kann, besonders wenn er viele Aktien gekauft hat, sie dann zu einem höheren Preis wieder verkaufen und so eine Menge Geld verdienen. Wenn aber das Unternehmen keinen Gewinn, sondern Verluste oder gar Pleite macht, kann der Aktionär auch viel Geld verlieren.
Der Aktionär kann in der Jahreshauptversammlung des Unternehmens, von dem er Aktien, mitbestimmen, wie es weitergeht mit der AG. Er kann zum Beispiel mitentscheiden, ob der Vorstand seine Sache gut gemacht hat oder ob er abgewählt werden soll. Aktien und andere Wertpapiere werden an der Börse gehandelt.

Aufschwung
Wenn sich die wirtschaftliche Gesamtlage eines Landes verbessert, spricht man von Aufschwung. Es gibt verschiedene Anzeichen, an denen man diesen erkennen kann: Die Arbeitslosenzahlen sinken, die Unternehmen bekommen wieder mehr Aufträge und produzieren mehr, die Zinsen steigen. Für den Aufschwung ist es auch wichtig, wie zum Beispiel Politiker und Unternehmer die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung einschätzen. Eine optimistische Einschätzung verbreitet Mut und Hoffnung, was sich auf das Verhalten von uns allen auswirkt. Die Unternehmen investieren dann mehr Geld und die Menschen kaufen wieder mehr als vorher. Das beflügelt die Wirtschaft weiter, es wird noch mehr produziert, es entstehen mehr Arbeitsplätze, mehr Steuern kommen in die Staatskasse, die Volkswirtschaft erholt sich.

Ausbildung
In Deutschland absolviert ein Großteil der 16- bis 19-Jährigen die berufliche Ausbildung im "dualen System", eine Kombination von betrieblicher Lehre und Berufsschule. Die Berufsschule vermittelt fachtheoretische Inhalte, der Betrieb die praktischen Kenntnisse und Fertigkeiten. Es gibt zurzeit ca. 350 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe. Weitere Ausbildungswege führen über Fachschulen und Hochschulen in höher qualifizierte Berufe. Dem Berufsbildungsgesetz (siehe Berufsbildungsgesetz) zufolge soll die Berufsausbildung eine breite Grundbildung vermitteln, sowie die fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse, die für eine qualifizierte Berufstätigkeit nötig sind. Im Jahr 2006 befanden sich knapp 1,6 Millionen Jugendliche in der Berufsausbildung, über die Hälfte aller Lehrlinge wurde in Betrieben der Industrie und des Handels ausgebildet.
Ausbildungsförderung
Nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz - BAföG - soll die Ausbildung Jugendlicher durch staatliche Zahlungen gesichert werden, wenn die nötigen Mittel sonst nicht zur Verfügung stehen. Gefördert wird bei Bedürftigkeit insbesondere der Besuch weiterführender Schulen und das Studium an Hochschulen.

Aussperrung

Arbeitnehmer und Arbeitgeber verhandeln über die Höhe von Löhnen und Gehältern und über Arbeitszeiten. Wenn sie sich nicht einigen können, kann es zu einem Arbeitskampf kommen. Dann können Arbeitnehmer für eine bestimmte Zeit ihre Arbeit niederlegen. Das ist ein Streik. (Das Wort kommt vom englischen Wort "to strike", das bedeutet "stoßen" oder "schlagen".) Auf diese Weise wollen die Arbeiter und Angestellten ihre Forderungen durchsetzen. Sie wollen die Arbeitgeber unter Druck setzen, denn wenn nicht gearbeitet wird, kann ein Betrieb in dieser Zeit nichts verdienen. Streikposten verhindern vor den Toren der Betriebe, dass Arbeitswillige ihren Arbeitsplatz erreichen.
Aber auch die Arbeitgeber können im Arbeitskampf Druck ausüben. Sie können für eine bestimmte Zeit die Betriebstore schließen und niemanden zur Arbeit lassen. Das nennt man Aussperrung. In dieser Zeit können die Arbeiter und Angestellten nichts verdienen. Solche Arbeitskämpfe erlaubt das Grundgesetz (Artikel 9).

Automatisierung/Roboter

Maschinen werden von Menschen "bedient"; Automaten steuern sich dagegen (weitgehend) selbst. Wichtige Informationen über den Prozessverlauf werden laufend in das Steuerungsprogramm zurückgekoppelt. A. steigert Effizienz und Produktivität von Wertschöpfungsprozessen; der Bedarf an Arbeitskräften geht zurück. Durch fortschreitende A. wandeln sich die Arbeitsanforderungen: Herstellen/Produzieren - das machen die Maschinen; die Menschen überwachen, beseitigen Störungen, halten die Anlagen instand.

Bb

Beamte
Polizisten, Angestellte der Stadtverwaltung, Lehrerinnen und Lehrer usw. - Sie sind Beamte oder "Staatsdiener", wie manchmal gesagt wird. In diesem Wort steckt schon drin, was sie von anderen Berufsgruppen (Arbeitern oder Angestellten zum Beispiel) unterscheidet. Sie sind vom Staat angestellt (das kann der Bund sein, ein Bundesland oder eine Gemeinde), sie sollen dem Staat dienen, "hoheitliche" Aufgaben im Auftrag des Staates ausführen. Bei einem Polizisten oder Kriminalbeamten versteht man das sofort, auch beim Finanzbeamten, der schließlich dafür sorgt, dass der Staat unsere Steuern bekommt. Beamte haben besondere "Dienst- und Treuepflichten". Sie müssen der Verfassung dienen und unparteiisch sein. Zudem sind sie zum Amtsgeheimnis verpflichtet. Sie dürfen auch nicht, wie andere Arbeitnehmer, für mehr Lohn oder bessere Arbeitsbedingungen streiken. Sie haben, wie es heißt, dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen.

BDA
BDA = Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Vertritt die unternehmerischen Interessen im Bereich der Sozialpolitik.

BDI
BDI = Bundesverband der Deutschen Industrie. Spitzenverband von 36 industriellen Branchenverbänden.

Betriebsrat
Sind die Vertreter der Arbeitnehmer in Betrieben. Er vertritt die Interessen der Arbeitnehmer gegenüber der Betriebsleitung, er überwacht die für Arbeitnehmer geltenden Gesetze und Vorschriften; er nimmt auch Anregungen der Jugend- und Auszubildendenvertretungen entgegen und unterstützt deren Belange. (Jugendvertreter gibt es in Betrieben, in denen mindestens fünf Jugendliche beschäftigt sind.) In Betrieben ab fünf Arbeitnehmern wird alle vier Jahre ein Betriebsrat gewählt. Bei fünf bis 20 Arbeitnehmern besteht der Betriebsrat aus einer Person. Bei größeren Unternehmen steigt die Zahl der Betriebsräte entsprechend. Ab 200 Arbeitnehmern wird ein Betriebsrat von der Arbeit freigestellt. Die Kosten trägt das Unternehmen. Im Öffentlichen Dienst heißt der Betriebsrat "Personalrat".

BIP und BSP
Viele Menschen stellen in Deutschland im Laufe eines Jahres eine Menge von Gütern, wie zum Beispiel Autos, Waschmaschinen, Fernseher und tausend andere, her. Diese Sachgüter stellen einen bestimmten Wert dar, genauso wie die so genannten Dienstleistungen. Das sind Leistungen, die etwa die Verkäufer in den Geschäften erbringen, oder die Angestellten am Bankschalter, oder die Polizei, die den Verkehr regelt und für die Sicherheit sorgt, die Beamten in den Stadtverwaltungen, die Lehrerinnen und Lehrer, die euch unterrichten. Diese Liste von Beispielen kann man natürlich noch verlängern. Alle diese verschiedenen Tätigkeiten lassen sich mit Geld bewerten (das sieht man schon daran, dass die Menschen Geld für diese Arbeiten bekommen). Wenn man nun wissen will, wie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes in etwa aussieht, dann rechnet man den Wert der Dienstleistungen und der Sachgüter eines Landes zusammen und erhält dann das so genannte Bruttosozialprodukt (BSP) eines Landes. Sehr oft wird das BSP herangezogen, wenn man die Wirtschaftskraft von verschiedenen Ländern vergleichen will.
Bei der Berechnung des Bruttosozialproduktes werden übrigens nur die Leistungen gerechnet, welche die ständigen Bewohner eines Landes (die "Inländer") erbringen und zwar sowohl im Inland als auch im Ausland. Zum Bruttoinlandsprodukt werden auch die Güter hinzu gerechnet, die von den hier wohnenden Ausländern und von ausländischen Unternehmen in Deutschland produziert werden.

Börse
Eine Börse ist ein Markt, auf dem Wertpapiere oder Devisen (ausländische Zahlungsmittel wie zum Beispiel der Dollar) gekauft und verkauft werden. Der Unterschied zu anderen Märkten liegt darin, dass man an der Börse die Ware nicht sehen und auch nicht mitnehmen kann, wie zum Beispiel ein Fahrrad oder einen Sack Äpfel. Man sieht lediglich an einer Tafel die Preise, die Börsenkurse genannt werden. Diese Börsenkurse können sich von Minute zu Minute ändern. Werden beispielsweise von einer Aktie sehr viele gekauft, steigt ihr Wert (Kurswert) sofort an. Werden viele verkauft, sinkt der Aktienkurs wieder. Da es sich nicht genau vorhersagen lässt, was die Anleger (also diejenigen, die mit Aktien handeln) gerade kaufen oder verkaufen möchten, kann man an der Börse in kurzer Zeit sehr viel Geld verdienen, aber auch sehr viel Geld verlieren.

Bundesagentur für Arbeit (BfA)
Bundesbehörde mit Sitz in Nürnberg; zuständig für Berufsberatung, Vermittlung von Arbeitslosen sowie für die Förderung der Beschäftigten nach dem Arbeitsförderungsgesetz. Der BfA sind die Landesarbeitsagenturen und die lokalen Arbeitsagenturen nachgeordnet. Sie koordiniert und veröffentlicht Arbeitslosenstatistiken; zur BfA gehört ein Forschungsinstitut (für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB).

Dd

Demografie
Das Wort stammt a
us dem Griechischen und bedeutet Bevölkerungswissenschaft. Das ist die Lehre über den Zustand und die Entwicklung einer Bevölkerung. Diese Wissenschaft untersucht unter anderem, wie viele Menschen in Deutschland (oder anderswo) leben, wie viele Junge und Alte darunter sind und wie sich die Bevölkerungszahl durch Geburten und Sterbefälle verändert. Es interessiert die Demografen, woher die Menschen kommen, die nach Deutschland ziehen, oder wohin diejenigen ziehen, die aus Deutschland auswandern. Die Politik muss auf bestimmte demografische Veränderungen reagieren. Als Beispiele: Wenn vorherzusehen ist, dass die Menschen immer länger leben, es also immer mehr alte Menschen gibt, wird die Rentenversicherung darauf reagieren müssen. Sie muss sich rechtzeitig überlegen, was zu tun ist, damit alle weiterhin ihre vom Gesetz zugesicherte Alterssicherung erhalten können. Oder wenn immer weniger Kinder geboren werden, wird man überlegen, was man tun kann, damit junge Menschen wieder Kinder haben wollen und so die Geburtenrate steigt.

Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
Dachverband von acht Einzelgewerkschaften (IG Metall, IG Chemie, Ver.di, GEW usw.). Er koordiniert die gewerkschaftlichen Aktivitäten und versteht sich als "Stimme der Gewerkschaften gegenüber politischen Entscheidungsträgern". Außerhalb des DGB gibt es noch die DAG (Deutsche Angestelltengewerkschaft), den DBB (Deutscher Beamtenbund) sowie den CGB (Christlicher Gewerkschaftsbund). In Deutschland sind rund ein Viertel der Arbeitnehmer gewerkschaftlich organisiert.

Dienstleistungsgesellschaft
Im Zuge des Strukturwandels ist die Industriegesellschaft von der Dienstleistungsgesellschaft abgelöst worden. Waren früher die meisten Erwerbstätigen im Industriesektor beschäftigt (in den "Schornsteinindustrien"), so liegt der Schwerpunkt von Wertschöpfung und Beschäftigung heute im Dienstleistungssektor; dort arbeiten schon fast doppelt so viele Leute wie in der Industrie. Der Strukturwandel geht also in Richtung tertiärer Sektor; dazu gehören Handel und Verkehr, Banken und Versicherungen, private Dienstleistungsunternehmen, Gesundheit und Soziales sowie der Staatssektor.
Etwa zwei Drittel der Erwerbstätigen sind im Dienstleistungssektor beschäftigt, noch mehr - fast drei Viertel - üben Dienstleistungstätigkeiten aus; auch in der Industrie (z.B. in Maschinenbauunternehmen) gibt es ja viele Beschäftigte, die Dienstleistungen erbringen; in der Metallindustrie sind dies inzwischen fast die Hälfte aller Beschäftigten. Das Gewicht der Industriebranchen und die zugehörigen produzierenden Tätigkeiten gehen weiter zurück, während die Dienstleistungen anteilsmäßig zunehmen. An die Stelle der Fabrikarbeit, die häufig auch körperliche Schwerarbeit war, tritt die Arbeit in Büros: Dort bearbeitet man Tasten: Telefontasten, Computertasten, Steuerungs- und Kontrolltasten usw. An die Stelle von Schweißen, Bohren, Fräsen und Montieren in Fabrikhallen treten Tätigkeiten wie Beraten, Lehren, Erziehen, Forschen und Entwickeln, Therapieren, Betreuen; das passiert in Büros, Praxen, Kanzleien, Kliniken, Schulen usw. Nach der Art von Dienstleistungen unterscheidet man zwischen unternehmensnahen, produktionsorientierten Dienstleistungen einerseits (Planung, Design, Personalentwicklung, Marketing, EDV, Wartung und Reparatur usw.) und konsumnahen, haushaltsbezogenen und sozialen Dienstleistungen andererseits (z.B. von Ärzten, Rechtsanwälten, Friseuren, Vermögensberatern, Putzfrauen, usw.).
Neben vielen hochqualifizierten Experten gibt es in der Dienstleistungsgesellschaft auch viele schlecht bezahlte Jobs mit oftmals geringer sozialer Sicherung: Haushalts- und Küchenhilfen usw. Die Dienstleistungsgesellschaft stellt neue Anforderungen an die Beschäftigten: höhere Qualifikationen, mehr Flexibilität, Bereitschaft zur eigenverantwortlichen und selbstorganisierten Tätigkeit. Arbeitsorganisation und Arbeitszeiten richten sich vermehrt nach den Auftragsschwankungen; entsprechend ist ein hohes Maß an Anpassungsbereitschaft gefordert. Auf der anderen Seite begünstigen diese flexiblen Arbeitsformen die zunehmende Erwerbsbeteiligung von Frauen und Alleinerziehenden.

Dienstleistungssektor
Handel und Verkehr, private Dienstleistungsunternehmen und der Staat bilden den Dienstleistungssektor (tertiärer Sektor). Neuerdings wird davon ein "quartärer Sektor" von wissensbasierten Dienstleistungen unterschieden.

Duales System
der Berufsausbildung: Wenn Jugendliche in Deutschland einen Beruf erlernen, dann geschieht dies einerseits in ihrem Ausbildungsbetrieb, andererseits parallel dazu in der Berufsschule; diese beiden Einrichtungen wirken bei der Berufsausbildung zusammen. Im Handwerk ergänzen überbetriebliche Ausbildungsstätten die Ausbildung im Betrieb.

Ee


Eigentum
Was dir gehört und worüber du frei verfügen kannst, das ist dein Eigentum. Davon ist der bloße Besitz zu unterscheiden; Du kannst z.B. ein Schulbuch besitzen, dessen Eigentümer die Schule ist. Nicht nur Sachen (Fahrrad, Grundstück, Maschinen usw.) können Eigentum sein, es gibt auch geistiges Eigentum (Patente, Autorenrechte/Copyrights, Rechte an Software- Programmen usw.). Politisch war lange umstritten, ob es Privateigentum an Produktionsmitteln geben soll. Sozialisten haben dies abgelehnt und Gemein- bzw. Staatseigentum an den Produktionsmitteln gefordert. Der Marktkapitalismus ist durch Privateigentum an Produktionsmitteln gekennzeichnet.

Einkommen
Die häufigste Einkommensform ist das Arbeitseinkommen für Erwerbstätigkeit. Daneben gibt es Einkommen aus Vermögen, z.B. Zinseinkommen, Mieteinkommen, oder auch Einkommen aus geistigem Eigentum, z.B. aus Patenten und Lizenzen; auch Dividenden aus Aktienvermögen zählen zum Einkommen. Bei Unternehmern und Selbständigen fallen Gewinne an, wenn ihre Erträge höher sind als die Kosten. Einkommen zu erzielen ist der Zweck der Erwerbstätigkeit. Es kann für Konsumzwecke verwendet werden oder zur Vermögensbildung gespart werden.

Einkommenssteuer
Wer Einkommen hat, ist steuerpflichtig: er muss einen Teil seines Einkommens an den Staat abtreten, sofern das zu versteuernde Einkommen über einer bestimmten Höhe liegt. Der aktuelle Freibetrag liegt bei 7.664 Euro für Ledige und bei 15.329 Euro für Verheiratete. Wer weniger verdient, muss keine Lohnsteuer bezahlen, wer mehr verdient, muss 15 Prozent Steuern entrichten. Dieser Steuersatz ist der Einstiegstarif. Bei weiter steigendem Einkommen müssen nun nicht einfach proportional mehr Steuern abgeführt werden, also konstant 15 Prozent des zu versteuernden Einkommens, vielmehr steigt bei höherem Einkommen der Steuertarif selbst mit an: die Einkommensteuer, ist also progressiv ausgestaltet. Der zu entrichtende Steuerbetrag erhöht sich überproportional mit steigendem Einkommen; zurzeit liegt der Spitzensteuersatz bei 42 Prozent; er gilt ab einem Jahreseinkommen von 52.152 Euro.
Die Einkommensteuer ist die wichtigste Steuer für den Staat. Im Jahr 2002 zum Beispiel erbrachte sie rund 162 Mrd. Euro; das sind mehr als ein Drittel der gesamten Steuereinnahmen des Staates. Die Einkommensteuer ist nicht nur von privaten Personen (privaten Haushalten) zu entrichten, sondern auch von Einzelunternehmern und Personengesellschaften. Der Einkommensteuer unterliegen prinzipiell alle Einkommen; die Einkünfte müssen in einer Einkommensteuererklärung angegeben werden. Wer hierbei absichtlich falsche Angaben macht, begeht Steuerhinterziehung und kann dafür bestraft werden

Erwerbsminderung
Erwerbsminderung ist ein Begriff aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Als „voll erwerbsgemindert“ gelten Arbeitnehmer, die wegen einer Krankheit oder Behinderung dauerhaft nicht im Stande sind, mindestens drei Stunden täglich zu arbeiten. In diesem Fall gibt die Erwerbsminderung dem Versicherten bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres einen Rentenanspruch, sofern er in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung drei Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung bezahlt hat.

Export
Die Ausfuhr von Waren, Dienstleistungen und Kapital.

Ff

Freizeitunfall
Ein Unfall, der sich i
n der Freizeit ereignet, ist in der Freizeitunfallversicherung, einer Form der privaten Unfallversicherung, abgedeckt. Diese deckt ausschließlich Unfälle ab, die sich außerhalb des Berufsfeldes ereignen.

Gg

Gehalt
Die meisten Erwerbstätigen beziehen heute ihr Arbeitseinkommen in der Form eines monatlich ausbezahlten Gehalts. Zum regulären Gehalt kommen häufig noch Sonderzahlungen (Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Prämien) dazu. Im 1. Quartal 2007 beliefen sich die Bruttomonatsverdienste der Angestellten in Deutschland auf durchschnittlich 3.126 Euro pro Monat.

Geldmenge
Geldmenge Wenn Sie feststellen wollen, über welche Geldmenge Sie persönlich verfügen, müssen Sie entscheiden, was dazu zählen soll. Üblicherweise gehört das Bargeld und das Geld auf Giro- und Sparkonten dazu. Für die gesamtwirtschaftliche Geldmenge gibt es unterschiedliche Definitionen; die engste setzt sich aus dem Bargeldbestand und den Beständen auf Girokonten zusammen. Die weiteren Definitionen beziehen auch noch Spareinlagen und sonstige Geldanlagen mit längeren Kündigungsfristen ein.

Generationenvertrag
Angenommen, Sie haben eine Großmutter, die Rente bezieht. Wer bezahlt eigentlich diese Rente? Sie werden sagen: die Rentenversicherung, schließlich hat Großvater einbezahlt, als er noch erwerbstätig war. Schon richtig; aber was der Großvater vor 10 oder 20 Jahren einbezahlt hat, haben die damaligen Rentner bekommen; davon ist nichts mehr übrig. Tatsächlich werden die heutigen Renten von denen finanziert, die heute erwerbstätig sind und Rentenbeiträge einbezahlen. Die jüngere Generation der heutigen Erwerbstätigen finanziert die ältere Generation der heutigen Rentner; in 30 Jahren, wenn die jetzigen Erwerbstätigen Rentner sind, werden diese von der nachfolgenden Generation finanziert. Diese Regelung nennt man Generationenvertrag. Es handelt sich um einen (virtuellen) Vertrag zwischen den Generationen, der beinhaltet, dass die jeweils Erwerbstätigen die Rentnergeneration "mittragen". Probleme ergeben sich bei dieser Regelung, wenn bei schrumpfender Bevölkerung die Zahl der Erwerbstätigen ab- und die Zahl der Rentner zunimmt (demografische Entwicklung). Deswegen sollten junge Leute, wenn sie ins Erwerbsleben eintreten, die gesetzliche Altersvorsorge durch eine private Vorsorge und Vermögensbildung ergänzen.

Gewerkschaften
Vor ungefähr 130 Jahren arbeiteten in Deutschland immer mehr Menschen in Fabriken. Damals lebten und arbeiteten die Arbeiter und Arbeiterinnen unter sehr schlechten Bedingungen. Deshalb schlossen sich viele zu Selbsthilfe- oder Schutzvereinen zusammen, um für menschenwürdige Arbeitsbedingungen, für mehr Lohn und gegen Kinderarbeit zu kämpfen. Sie waren davon überzeugt, dass sie gemeinsam in den Vereinen stärker waren als alleine. Aus diesen Vereinen entwickelten sich die Gewerkschaften. Diese wurden nach und nach als offizielle Vertreter der Arbeiter und Angestellten anerkannt. In Deutschland geschah dies 1918. Heute gibt es für viele verschiedene Berufe Gewerkschaften, so zum Beispiel eine für Lokführer, für Ingenieure, für Bauarbeiter, für Metallarbeiter, für Drucker, für Journalisten, für Polizisten, Briefträger, Bauern usw. Diese einzelnen Gewerkschaften haben sich im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zusammengeschlossen, der etwa 7 Millionen Mitglieder zählt. Der DGB wiederum ist ein Mitglied des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB). Wenn sich auch die Situation der arbeitenden Menschen seit der Gründung der Schutzvereine und später der Gewerkschaften zum Besseren verändert hat, so sind die Hauptziele aller freien Gewerkschaften in demokratischen Ländern doch fast noch die gleichen wie zu Beginn ihrer Entstehung: Arbeit für alle Menschen, genügend Lohn und Gehalt, um ohne Sorgen leben zu können, kürzere Arbeitszeiten und Mitbestimmung in den Betrieben. Für diese Ziele verhandeln die Gewerkschaften in bestimmten Abständen mit den Unternehmern und das Ergebnis steht in einem Tarifvertrag. Wenn sich die Gewerkschaften nicht mit den Unternehmern einigen können, kommt es manchmal zum Arbeitskampf.

Gewinn
Um eine Klassenfahrt zu finanzieren, organisieren Sie eine Disko; der Gewinn soll in die Klassenkasse gehen. Wie errechnet man den Gewinn? Als Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben: das ist der Bruttogewinn. Ein Unternehmen muss den Gewinn versteuern, dann bleibt der Nettogewinn übrig. Gewinnmaximierung gilt als Ziel marktorientierter Unternehmen; Kritiker sagen dazu Profitmaximierung (Profit). (Sie können mal überlegen, worin das Unternehmensziel bestehen sollte - wenn nicht in der Gewinnmaximierung).

Gleichstellung (von Frau und Mann)
Frauen sind im Wirtschaftsleben und anderswo oftmals benachteiligt. So sind z.B. die Verdienst- und Karrierechancen von Frauen vielerorts geringer als bei Männern; die meisten Führungspositionen sind von Männern besetzt; die Kinder- und Hausarbeit ist ungleich aufgeteilt usw. Um die Chancen der Frauen zu verbessern, wurden in vielen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen Gleichstellungsprogramme eingeführt. Damit sollen Benachteiligungen beseitigt und Frauen unterstützt werden, z.B. Führungspositionen zu übernehmen.

Globalisierung
Der Kern der Globalisierung ist die zunehmende Verflechtung der Weltwirtschaft. Viele Großunternehmen haben sich zu Transnationalen Unternehmen (TNU) gewandelt; sie sind weltweit tätig und haben Niederlassungen und Produktionsstätten in allen wichtigen Ländern der Erde. Im Gefolge dieser wirtschaftlichen Verflechtung breiten sich auch bestimmte Lebensstile und kulturelle Muster weltweit aus. Der internationale Tourismus tut ein Übriges. Ursachen der Globalisierung sind zum einen rasante Verbesserungen der Kommunikationstechnologien und des Transportwesens, die zu beträchtlichen Kostensenkungen geführt haben; zum anderen die fortschreitende Deregulierung der Weltwirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die GATT-Konferenzen und später die WTO Zollsenkungen und die Beseitigung nicht-tarifärer Handelshemmnisse voran getrieben; dies brachte eine starke Ausweitung der Welthandelsströme mit sich. Der Fall der Mauer und das Ende des Ost-West-Konflikts lösten einen weiteren Globalisierungsschub aus. Eine wichtige Auswirkung der Globalisierung ist der sich verschärfende Standortwettbewerb. Kritiker halten die Globalisierung für entgrenzten Marktkapitalismus. Jetzt müssten die Erwerbstätigen in Deutschland mit den Hungerlöhnen in manchen NICs konkurrieren. Der globale Wettbewerb habe zerstörerische Wirkungen auf gewachsene Sozialstrukturen, eigenständige alte Kulturen und die natürliche Umwelt. Dem steht entgegen, dass es heute den Ländern am besten geht, die sich dem Weltmarkt geöffnet haben und an der weltwirtschaftlichen Arbeitsteilung partizipieren.

Hh

Hartz IV
In Deutschland gibt es um die 3,7 Millionen Arbeitslose (Stand: Anfang 2007), die auf dem Arbeitsmarkt eine Arbeit suchen. Um die Situation auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, wurden im Sommer 2002 verschiedene Gesetze beschlossen. Diese Gesetze nennt man in der Umgangssprache "Hartz-Gesetze". (Namensgeber ist der VW-Manager Peter Hartz. Er hat eine Kommission geleitet, die viele Vorschläge für die neuen Arbeitsmarktgesetze gemacht hat) In den letzten Jahren sind bereits mehrere Gesetze in Kraft getreten, zum Beispiel das "Zweite Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" ("Hartz II"). Dieses Gesetz ermöglicht unter anderem die so genannte "Ich-AG". Seit 1. Januar 2005 ist nun das vierte Gesetz ("Hartz IV") wirksam. Dieses Gesetz soll dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen ohne Arbeit, eine Arbeit aufnehmen können.

Der Grundgedanke: "Fordern und Fördern". Gefordert wird, dass die Arbeitslosen eine Arbeit auch dann aufnehmen, wenn sie nicht ihrer Ausbildung entspricht oder bei der sie weniger verdienen, als sie es eigentlich erwarten. Gefördert werden dies durch die Zahlung des so genannten Arbeitslosengeldes II (ALG II). Sie hat die Arbeitslosenhilfe und die Sozialhilfe als neue Grundsicherung abgelöst.

Wie sieht diese finanzielle Unterstützung aus? Das ALG II ist zwei Jahre lang höher als die Sozialhilfe. Wer bisher Arbeitslosengeld erhalten hat, bekommt zwei Jahre lang einen Zuschlag zum ALG II. Sozialhilfeempfänger, die arbeiten können, bekommen ab Januar 2005 AGL II und damit mehr Geld als bisher. Sie werden wieder von der Agentur für Arbeit betreut und haben Anspruch auf die Leistungen der Agentur für Arbeit (Bsp. Bildungsmaßnahmen). Damit sollen Sozialhilfeempfänger, die lange Zeit arbeitslos sind, wieder bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten.
Die Unterstützung durch das ALG II erhalten nur Arbeitslose, die das Geld auch brauchen. Um festzustellen, wie viel Geld die Langzeitarbeitslosen genau bekommen, müssen sie in Fragebögen Auskunft über ihre Vermögensverhältnisse geben. Wer mehr besitzt als eine bestimmte festgelegte Summe (das ist der so genannte Freibetrag), muss erst dieses Vermögen verbrauchen, bevor er Anspruch auf staatliche Unterstützung hat.
Langzeitarbeitslose müssen in Zukunft nahezu jeden Beruf annehmen. Wenn sie das nicht tun, wird ihr ALG II gekürzt. Wenn Jugendliche unter 25 Jahren sich weigern, dies zu tun, wird die Unterstützung möglicherweise ganz gestrichen.

Ii

Ich-AG
Die Bundesregierung hat Maßnahmen beschlossen, die die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessern sollen. Eine dieser Maßnahmen ist die Gründung von so genannten Ich-AGs. Eine Ich-AG kann von Menschen, die keine Arbeit haben und sich selbstständig machen wollen, gegründet werden. Das heißt sie eröffnen zum Beispiel ein Geschäft, gründen eine kleine Umzugsfirma oder machen ein Café auf. Ein solcher Schritt kostet nicht nur Mut, sondern auch Geld. Die Agentur für Arbeit fördert diese Ich-AG mit Geldzuschüssen, das nicht zurück gezahlt werden muss: im ersten Jahr 600 Euro monatlich, im zweiten 360 Euro, im dritten 240 Euro. Nur wenn die Ich-AG Gewinne macht, enden die Zuschüsse.

Import
Wenn Sie französischen Wein oder eine japanische Kamera kaufen, dann handelt es sich dabei um Importgüter; sie wurden von ausländischen Unternehmen produziert und zu uns eingeführt. Der Außenhandel umfasst Importe und Exporte.

Industrialisierung
Die industrielle Produktionsweise ist durch Fabriken, Maschinen und Fließbänder gekennzeichnet. Im Zuge der Industrialisierung löst die Industriegesellschaft die von der Landwirtschaft geprägte Agrargesellschaft ab. Die Industrie wird zum wichtigsten Wirtschaftssektor.

Industriestaat
Länder, die eine hoch entwickelte Technik anwenden, um Rohstoffe wie Erdöl zu verarbeiten und Güter in großen Mengen zu produzieren, nennt man Industriestaaten oder Industrieländer. Diese Staaten haben sich in jahrelanger Forschung das Spezialwissen, das sie dafür brauchen, angeeignet. Damit sich aber der hohe technische Aufwand lohnt, der zudem sehr teuer ist, müssen auch viele Produkte verkauft werden. Die Wirtschaft der Industrienationen muss also ständig wachsen. Dies ist deshalb besonders wichtig, weil das Leben der Menschen in den Industriestaaten stark von der industriellen Produktion abhängig ist. Gibt es kein Wachstum, entstehen Probleme wie Arbeitslosigkeit, weil immer mehr Arbeit von Robotern gemacht werden kann und in allen Bereichen des Lebens Computer eingesetzt werden.
In allen Industrieländern gibt es einflussreiche Organisationen, die das Prinzip des ständigen Wachstums kritisieren. Der Wohlstand und das Wachstum dieser Länder, so sagen die Kritiker, gehe zu Lasten der Entwicklungsländer.
Zu den größten Industrieländern gehören die USA, die Länder der EU, Australien und Japan. Der Begriff "Industrie" kommt übrigens vom lateinischen Wort "industria", was auf Deutsch "Fleiß" bedeutet.

Industrie- und Handelskammer (IHK)
Die Unternehmen einer Region sind in IHKs organisiert. Als Körperschaften des öffentlichen Rechts nehmen sie auch hoheitliche Aufgaben wahr (z.B. Prüfungen in der beruflichen Bildung). Weitere Aufgaben sind die Interessenvertretung gegenüber Öffentlichkeit und Politik (z.B. Anhörung bei Gesetzesentwürfen) sowie Dienstleistungen für die Mitgliedsunternehmen (Information, Weiterbildung).

Inflation
Von einer Inflation wird gesprochen, wenn viel Geld da ist, aber nur ganz wenig Waren und Güter zum Kauf vorhanden sind. Wenn wir aber über Wirtschaft und Inflation reden, kommt es nicht so sehr darauf an, wie es einer einzelnen Person oder einem Unternehmen geht. Es kommt vielmehr darauf an, wie es allen Menschen, allen Familien und allen Unternehmen in einem Staat geht. Eine Inflation gibt es also dann, wenn in einem Staat insgesamt mehr Geld vorhanden ist, als es Waren und Güter gibt.

Wie kann es dazu kommen? Wenn zum Beispiel die oberste Bank in einem Staat, die Zentralbank, die Geldscheine drucken lassen darf und zu viel Geld drucken lässt. Der Grund dafür kann sein, dass eine Regierung zu viele Schulden hat und deshalb von der Zentralbank verlangt, mehr Geld zu drucken, um die Schulden zu bezahlen. Das kommt heute aber nur noch selten vor, weil die meisten Regierungen und Zentralbanken wissen, dass das für die Wirtschaft eines Landes gefährlich ist.
Eine Inflation kann aber auch so anfangen, dass bestimmte Waren mehr und schneller gekauft werden, als sie hergestellt werden können. Dann steigen zuerst die Preise und die Menschen sagen sich, ich kaufe die Waren noch schnell, bevor sie noch teurer werden. Oft befürchten Menschen und Unternehmen, dass auch andere Waren jetzt teurer werden und kaufen diese dann auch. Das kann dazu führen, dass plötzlich alle ihr Geld nicht mehr behalten, sondern schnell ausgeben. Vielleicht machen die Menschen zusätzlich auch noch Schulden, um noch mehr Waren kaufen zu können. Wenn die Zentralbank und die Regierung jetzt nicht aufpassen, kann es zu einer Inflation kommen.
Um keine Fehler zu machen, muss die Zentralbank immer genau wissen, ob gerade viel und schnell Geld ausgegeben wird oder wenig und langsam. Kluge Zentralbanken passen daher immer auf, wenn die Preise steigen. Und damit die Menschen nicht noch mehr Schulden machen, sorgt die Bank dafür, dass es teurer wird, Geld zu leihen. Die wichtigste Aufgabe der Zentralbanken ist es also dafür zu sorgen, dass der Wert unseres Geldes stabil bleibt. Die Bank, die das für den Euro macht, sitzt in Frankfurt am Main und heißt Europäische Zentralbank.

Innovation
In diesem Begriff steckt das lateinische Wort nova, was neu bedeutet. Wenn jemand etwas Neues erfindet und das auch umsetzt, so ist das eine Innovation. Stellt euch vor, ihr erfindet einen Roboter, der für euch euer Zimmer aufräumt. Diese Erfindung, die man Invention (Idee, Einfall) nennt, wird aber erst dann zur Innovation, wenn solche Roboter tatsächlich gebaut und auf dem Markt verkauft werden. Eine große Innovation im Bereich der Kommunikation war zum Beispiel das Internet, das inzwischen sehr viele Leute nutzen.

Investition
Ein Unternehmen investiert, wenn es z.B. neue Maschinen anschafft; es steckt Geld (entweder Eigenkapital oder Fremdmittel) in Ausbau und Verbesserung seiner Produktionsanlagen und bildet dadurch Vermögen (Sachkapital). Neben Sachinvestitionen gibt es auch Finanzinvestitionen; eine solche liegt z.B. vor, wenn ein Haushalt seine Ersparnis in Aktien oder Immobilienfonds oder in eine Lebensversicherung anlegt. Darüber hinaus kann nicht nur in Sach- und Finanzkapital investiert werden, sondern auch in Humankapital: z.B. durch Schule, Studium, Weiterbildung oder Qualifizierungsmaßnahmen.

Kk

Kapital
Die Maschinen, Anlagen und Gebäude eines Unternehmens sind ihr Sachkapital; die Mitarbeiter sind ihr Humankapital (vgl. Investition); Patente sind Teil des Wissenskapitals;
Geldreserven des Unternehmens (Eigenkapital und Rücklagen) sind sein Finanzkapital. Es gibt also unterschiedliche Formen von Kapital; immer ist es Produktivvermögen.

Kapitalismus
Kapitalismus ist eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Das Kapital sind Maschinen, Anlagen, Fabrikhallen, Geld, Fahrzeuge etc. Das Kapital ist in diesem System im Besitz von Unternehmern. Der Staat schützt das Privateigentum, die Unternehmer können ohne staatliche Eingriffe weitgehend frei arbeiten und arbeiten lassen. In der Vergangenheit, als es noch keine Gesetze zum Schutz der Arbeiter gab, führte dies oft dazu, dass die Arbeiter ausgebeutet wurden und für wenig Lohn arbeiten mussten. Die Unternehmer häuften immer mehr Kapital an, die Arbeiter verarmten. Dies führte besonders in der Zeit der so genannten industriellen Revolution im 19. Jahrhundert, als das Leben der Menschen immer mehr durch die Arbeit in den Fabriken bestimmt wurde, zu Auseinandersetzungen und politischen Gegenbewegungen. Karl Marx war der schärfste Gegner des kapitalistischen Systems. Er kritisierte, dass die Arbeiter ohne Besitz und wirtschaftlich abhängig von den Kapitalbesitzern waren, die sich um die Situation der Arbeiter nicht scherten.
Mit Beginn des 20. Jahrhunderts sind die kapitalistischen Wirtschaftsordnungen der westlichen Industriestaaten reformiert worden. Der Staat beeinflusste durch Gesetze und politische Maßnahmen das Wirtschaftsgeschehen und die stärker gewordenen Gewerkschaften vertraten die Interessen der Arbeiter. Auch heute arbeiten die Wirtschaftssysteme in vielen Industrieländern nach den kapitalistischen Prinzipien. Angebot und Nachfrage bestimmen Markt und Produktion, viele Fabriken sind in privater Hand oder gehören Aktiengesellschaften und großen Konzernen. Der Staat schützt das Privateigentum. Er versucht aber, durch Gesetze dafür zu sorgen, dass die Menschen nicht mehr ausgebeutet werden können. Es wird statt Kapitalismus heute meist von Marktwirtschaft gesprochen. In Deutschland gibt es die soziale Marktwirtschaft.

Kapitalmarkt
Will ein Unternehmen Finanzmittel aufnehmen, um sie in neue Maschinen und Produktionsanlagen zu investieren, dann geht es (über seine Bank) an den Kapitalmarkt. Dort kann es Kredite oder Anleihen aufnehmen, neue Aktien ausgeben oder auch Kapitalbeteiligungen vereinbaren. Auf dem Kapitalmarkt können sich Investoren Kapital besorgen, das dort von Sparern angeboten wird.

Kartell
"Zementkartell zu hohen Bußen verurteilt" (Pressemeldung). Die Zementhersteller hatten ein Kartell gebildet. Das sind Absprachen (schriftlich oder mündlich) über Preise und Mengen. Dadurch wird der Wettbewerb ausgeschaltet zu Lasten von Abnehmern/Konsumenten. Kartelle sind durch das Wettbewerbsrecht grundsätzlich verboten. Verstoßen Unternehmen dagegen, kann das Bundeskartellamt oder die Europäische Kartellbehörde Bußgelder verhängen.

Kaufkraft
Ein Brötchen kostet 50 Cent; dann beträgt die Kaufkraft des Euro zwei Brötchen. Erhöht sich der Brötchenpreis, sinkt die Kaufkraft. Verdoppeln sich alle Preise, halbiert sich die Kaufkraft: Man bekommt für einen Euro nur noch ein Brötchen.

Konjunktur
Mit diesem Begriff bezeichnet man die wirtschaftliche Gesamtlage eines Staates, den Zustand seiner Volkswirtschaft. Es gibt Anzeichen und Merkmale (Indikatoren), an denen man erkennen kann, wie es um die Konjunktur bestellt ist. Das sind zum Beispiel die Zahl der Arbeitslosen (Arbeitslosenquote), ein hohes oder niedriges Zinsniveau, steigende oder fallende Aktienkurse, hohe oder niedrige Preise an den Börsen, die Auftragslage für die Industrie und viele andere Anzeichen. Befindet sich ein Land in einer unbefriedigenden wirtschaftlichen Situation, wird darüber nachgedacht, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, welche Konjunkturpolitik gemacht werden muss, um die wirtschaftliche Lage zu verbessern. Wenn die Wirtschaft in einem Land voll ausgelastet ist, Vollbeschäftigung herrscht, dann spricht man von Hochkonjunktur.
Der Verlauf der Konjunktur, also die wirtschaftliche Gesamtentwicklung eines Landes über einen längeren Zeitraum, lässt sich in einer so genannten Konjunkturkurve aufzeichnen. Meistens sieht diese Konjunkturkurve wie eine Wellenbewegung aus.

Konzern
Ein Konzern (das Wort kommt aus dem Englischen) besteht aus mehreren miteinander verbundenen Unternehmen. Ein Konzern hat eine Leitung, den so genannten Vorstand, der darüber entscheidet, welche Ziele der Konzern erreichen will. Die einzelnen Unternehmen, die nicht unbedingt alle aus derselben Branche stammen, müssen nach den Vorgaben des Vorstandes arbeiten. Für einen Konzern ist es wichtig, dass er wirtschaftlich gut arbeitet, das heißt Gewinne macht. Der Konzernvorstand überlegt sich deshalb, welche Unternehmen in das Konzept des Konzerns passen, vielleicht weil sie gut zueinander passen oder in ihrer Arbeit voneinander profitieren können. Beispielsweise fällt bei der Margarineherstellung ein Rohstoff an, der zur Produktion von Seife genutzt werden kann. Die Konzernleitung wird überlegen, ob sie eine eigene Firma gründen soll, die Seife herstellt und dafür das Produkt nutzt, das bei der Margarineherstellung entsteht. Oder sie kauft vielleicht ein fremdes Seifen-Unternehmen hinzu und wird auf diese Weise das Produkt aus der Margarineherstellung nutzen. Ein Konzern wird gebildet, damit er mehr Produkte herstellen und verkaufen kann, um so mehr Gewinne zu erwirtschaften.

Krankenversicherung
In Deutschland besteht eine gesetzliche Krankenversicherungspflicht. Bei den meisten Erwerbstätigen zieht der Arbeitgeber die Krankenversicherungsbeiträge vom Gehalt ab und überweist sie direkt der Versicherung. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen die Kosten der Krankenversicherung je zur Hälfte. Die Höhe der Beiträge wird in der gesetzlichen K. durch das Einkommen bestimmt (Beitragssatz zurzeit ca. 14 Prozent), nicht etwa durch das Krankheitsrisiko der Versicherten. Wer mehr verdient, zahlt höhere Beiträge. Ehepartner und Kinder sind beim erwerbstätigen Versicherten mitversichert. Die Versicherungspflicht gilt für Erwerbstätige, deren Bruttoarbeitsverdienst unter der so genannten Versicherungspflichtgrenze liegt, im Jahr 2005: 46.800 Euro. Wer darüber liegt, kann sich entweder freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern oder Mitglied einer privaten Krankenversicherung werden.

Krise
Eine Krise (Wirtschaftskrise) ist die Zuspitzung einer wirtschaftlich schwierigen Situation (z.B. Krise der öffentlichen Finanzen, Verschuldungskrise der Entwicklungsländer). In der Krise entscheidet sich, ob es zum Zusammenbruch kommt oder ob Besserung eintritt.

Kündigung
Arbeitnehmern kann gekündigt werden (Entlassung), wenn bestimmte Kündigungsgründe vorliegen; der Arbeitgeber muss die gesetzlichen Kündigungsfristen einhalten; nur eine außerordentliche (fristlose) Kündigung wirkt sich sofort aus. Mit einer Kündigung wird ein Arbeitsverhältnis einseitig beendet; zum Schutz der Arbeitnehmer sind willkürliche Kündigung verboten. Kündigungsgründe können sein: mangelnde Eignung des Arbeitnehmers für seine Tätigkeit, Pflichtverletzungen, Verschlechterung der Leistung usw., aber auch wirtschaftliche Veränderungen ("betriebsbedingte Kündigungen") bei rückläufiger Produktion, Einführung neuer Technologien, Verlagerungen der Produktion ins Ausland usw.). Fristlose Kündigungen sind nur aus triftigen Gründen zulässig, z. B. bei beharrlicher Pflichtenverweigerung, dauernder Arbeitsunfähigkeit, Untreue usw. Bestimmte Gruppen genießen speziellen Kündigungsschutz. Eine Kündigung kann auch vom Arbeitnehmer ausgehen (Eigenkündigung).

Kündigungsschutz
Das Gesetz schützt Arbeitnehmer vor willkürlichen und übereilten Kündigungen; um wirksam zu sein, müssen berechtigte Kündigungsgründe vorliegen und bestimmte Fristen beachtet werden; Kleinbetriebe mit bis zu fünf Mitarbeitern sind vom Kündigungsschutz ausgenommen. Für bestimmte Gruppen wie werdende Mütter, Schwerbehinderte, Betriebsratsmitglieder, Jugendvertreter, Wehrpflichtige, Ältere oder auch Eltern im Erziehungsurlaub gelten besondere Kündigungsschutzregelungen.

Ll

Lohn
Lohn ist das Entgelt für Arbeitsleistungen abhängig Beschäftigter. Traditionell wird zwischen Lohn und Gehalt unterschieden: Arbeiter erhalten Lohn, Angestellte Gehalt. Heute sind beide Entlohnungsformen fast gleich gestellt.

Lohnfortzahlung
(im Krankheitsfall) Ein Arbeitnehmer wird krank und muss vier Wochen ins Krankenhaus. Arbeitgeber sind verpflichtet, im Krankheitsfall Lohn bzw. Gehalt bis zu sechs Wochen lang weiter zu bezahlen. Nach dieser Frist übernimmt dann die Krankenversicherung und bezahlt Krankengeld.

Lohnkosten
Für den Arbeitgeber bestehen die Lohnkosten in den gesamten Aufwendungen für die abhängig Beschäftigten. Dazu gehören die ausbezahlten Bruttolöhne und -gehälter sowie die Lohnnebenkosten, insbesondere die Arbeitgeberanteile an den Sozialversicherungen und freiwillige Betriebsleistungen.


Mm

Markt
Ein Markt ist der Ort, auf dem Anbieter und Nachfrager zusammentreffen und Tauschgeschäfte tätigen (Bsp. Wochenmarkt). In der Saison, wenn das Angebot an Äpfeln oder Sommerklamotten reichlich ist, sinken die Preise. Ist das Angebot knapper, ziehen die Preise an. Neben den konkreten, sinnlich erfahrbaren Wochenmärkten gibt es in "Markt"-Wirtschaften verschiedene "virtuelle" Märkte: Warenmärkte, Dienstleistungsmärkte, Arbeitsmärkte, Finanz- und Kapitalmärkte, Internet-Märkte etc. Durch den Wettbewerb zwischen Anbietern und Nachfragern bilden sich die Preise, die ihrerseits das Verhalten der Marktteilnehmer steuern.

Marktwirtschaft
Stellt euch vor, ihr veranstaltet in der Schule einen Markt, auf dem ihr zum Beispiel Spielsachen, Sportgeräte oder Computerzubehör verkauft. Für das Geld könnt ihr dann bei euren Mitschülern verschiedene Dinge kaufen oder eure Ware gegen etwas anderes eintauschen. Wenn euch niemand Vorschriften darüber macht, was ihr verkaufen dürft und zu welchem Preis und zu welcher Qualität, so ist das die Grundidee der Freien Marktwirtschaft. Eine Wirtschaftsordnung, die auf der freien Marktwirtschaft beruht, funktioniert also nach folgendem Prinzip: entscheidend ist, was zum Verkauf angeboten wird und was gekauft, also nachgefragt wird. Das ist das Prinzip von "Angebot und Nachfrage".
Die Wirtschaftsordnung in Deutschland heißt "soziale Marktwirtschaft". Damit ist gemeint, dass der Staat durch bestimmte Regeln die freie Marktwirtschaft einschränkt, wenn zu große Ungerechtigkeiten entstehen. Zum Beispiel gibt es Gesetze zum Kündigungsschutz, die verbieten, dass ein Arbeiter von einem Tag auf den anderen entlassen wird (denn eine solche sofortige Kündigung würde dem Arbeiter in der Regel sehr große Probleme bereiten). Die soziale Marktwirtschaft soll mit dazu beitragen, dass soziale Gedanken im Sozialstaat Deutschland verwirklicht werden.

Mehrwertsteuer
Der Haarschnitt kostet eigentlich nur 15,50 Euro. Tatsächlich aber muss ich 18,50 Euro bezahlen. Die Differenz nimmt die Friseuse zwar ein, sie muss diesen Betrag jedoch ans Finanzamt abführen: Das ist die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent auf den Grundpreis. Die Mehrwertsteuer ist eine indirekte Steuer (Umsatzsteuer), die den Konsum belastet. Für bestimmte Waren wie Lebensmittel und Bücher gilt der ermäßigte Satz von 7 Prozent. Im Jahr 2003 zum Beispiel erbrachte die Mehrwertsteuer knapp 137 Mrd. Euro; damit ist sie nach der Lohnsteuer die zweit wichtigste Einnahmequelle des Staates. Das Aufkommen fließt zu 50,25 Prozent an den Bund und zu 49,75 Prozent an die Bundesländer.

Meldepflicht
Eine Meldepflicht bei der Agentur für Arbeit besteht für jeden, dem der Verlust seines Arbeitsplatzes droht. Sie beträgt drei Monate vor Beginn der Arbeitslosigkeit. Ausnahme: Der Arbeitnehmer erfährt von der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses zu einem späteren Zeitpunkt. Bei Verstoß gegen die Meldepflicht erfolgt eine einwöchige Sperrfrist.

Metall- und Elektro-Industrie
Das ist der Sammelbegriff für zwölf lei
stungsstarke Wirtschaftszweige.

Zu ihnen gehören: Automobilindustrie, Elektrotechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Stahl- und Metallverarbeitung, Feinmechanik, Stahl- und Leichtmetallbau, Nichteisen-Metallerzeugung, Luft- und Raumfahrtindustrie, Büromaschinen und Datenverarbeitungsanlagen, Gießereien, Schienenfahrzeugbau, Schiffbau und Meerestechnik.

Ihre gemeinsamen Merkmale sind der Umgang mit dem Werkstoff Metall und der Einsatz modernster Elektronik sowohl in der Produktion wie auch in den Produkten. Die Metall- und Elektro-Industrie ist einer der wichtigsten Industriebranchen in Deutschland und Motor unserer Wirtschaft: Rund 3,5 Millionen Mitarbeiter sind bei den M+E-Unternehmen beschäftigt; rund 185.000 Jungen und Mädchen erlernen einen der Berufe der M+E-Industrie; die M+E-Unternehmen erwirtschafteten im Jahr 2005 einen Gesamtumsatz von 800 Milliarden Euro.

Mini-Jobs
Zu diesen niedrig entlohnten Beschäftigungsverhältnissen gehören a) die geringfügige Beschäftigung (mit der Verdienstgrenze von 400 E monatlich) und b) Jobs in der "Gleitzone" mit Verdiensten zwischen 400 und maximal 800 Euro pro Monat. Bei geringfügiger Beschäftigung fallen für Arbeitnehmer keine Steuern oder Sozialabgaben an; in der Gleitzone müssen neben den Arbeitgebern auch die Arbeitnehmer Abgaben leisten. Die Abgabensätze steigen mit dem Verdienst an, bis bei 800 Euro Monat die vollen Sätze erreicht sind.

Mittelstand
Handwerksbetriebe, Einzelhändler, Selbständige und "Familienunternehmen" sind typische Mittelständler. Formal sind es "kleine und mittlere Unternehmen" (KMU), die drei Kriterien erfüllen: a) bis 500 Beschäftigte, b) bis 50 Mio. E Umsatz und c) unabhängig von Großunternehmen. In Deutschland liegt der Anteil mittelständischer Unternehmen an allen Unternehmen bei 99,6 Prozent (!). Mehr als 80 Prozent der Auszubildenden und der Beschäftigten entfallen auf den Mittelstand. Bei Umsatz und Investitionen liegt der Anteil jedoch unter 50 Prozent.

Mobilität
Ist ein Arbeitsloser bereit, für eine neue Stelle zu pendeln oder in eine andere Stadt umzuziehen, beweist er Bereitschaft zur Mobilität: Technische Voraussetzung für diese Mobilität ist oft ein Auto oder eine gute Anbindung an Bus oder Bahn.

Monopol
Monopol Microsoft war lange Zeit Monopolist, d. h. einziger Anbieter von Betriebssystemen für PCs - bis Linux aufkam und Konkurrenz machte. Das Monopol ist also eine Marktform mit nur einem Anbieter, der die Preise diktieren kann, weil Konkurrenz fehlt.

Nn

Nachhaltigkeit
Der Begriff Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft des 17. Jahrhunderts. Er bedeutet, dass man nicht mehr ernten soll, als in der Natur nachwachsen kann. Am Mittelmeer zum Beispiel sind ganze Regionen ohne Wald, weil man in den letzten 2000 Jahren das Holz zum Schiffsbau und zum Heizen völlig verbraucht hat. Der Regen hat dann den ungeschützten Waldboden weggeschwemmt und nur noch Felsen hinterlassen, auf denen man nichts mehr anpflanzen kann.
Heutzutage versteht man unter Nachhaltigkeit, dass auf die nachfolgenden Generationen, also auf unsere Nachkommen, mehr Rücksicht genommen wird. Auch sie brauchen Rohstoffe und Bodenschätze wie zum Beispiel Holz, Wasser, Erdöl, Kohle. Es gilt also immer noch der Leitsatz, dass wir nicht mehr ernten dürfen, als nachwachsen kann. Aber wir müssen auch dafür sorgen, dass unsere Umwelt nicht durch Fabrikabgase, Schmutzwasser oder Gifte geschädigt wird. Denn kranke Bäume zum Beispiel wachsen nicht so wie gesunde oder sterben ganz ab. Mittlerweile treffen sich Politiker aus der ganzen Welt, um zu beraten, wie man die Natur am besten schützen kann, damit die Lebensgrundlage für uns und unsere Nachkommen erhalten bleibt. Das letzte Treffen zu diesem Zweck fand 2002 in Johannesburg (Südafrika) statt und hieß Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung.

Nettoeinkommen
Werden vom Bruttoeinkommen die Steuern und Sozialabgaben abgezogen, dann bleibt das netto verfügbare Einkommen übrig.

Neuordnung der Berufe
Beinahe jedes Jahr wird das Ange
bot an Ausbildungsberufen von der Wirtschaft gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie neu geregelt. So kommen jährlich neue Ausbildungsberufe hinzu und bestehende Berufe werden modernisiert. Allein seit 2000 wurden ein Drittel aller dualen Ausbildungsberufe neu geschaffen oder modernisiert, seit 1996 sogar fast 80 Prozent.
Bei den industriellen Metallberufen waren zum Beispiel die bisherigen Berufe in einzelne Fachrichtungen untergliedert. So gab es vier verschiedene Industriemechanikerberufe entsprechend den vier Fachrichtungen. Die neu geordneten Berufe verzichten auf die verschiedenen Fachrichtungen. Es sind die bisherigen Bezeichnungen der Grundberufe, wie z. B. Industriemechaniker, Anlagenmechaniker etc., die erhalten bleiben.
Auch bei den industriellen Elektroberufen wurde auf die unterschiedlichen Fachrichtungen verzichtet. Um die verschiedenen Elektroberufe aber weiterhin näher bestimmen zu können, wurde jeweils ein Zusatz „Elektroniker für ...“ festgelegt, wie zum Beispiel Elektroniker für Betriebstechnik oder Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme.
Die Vernetzung der Elektronik mit der Mechanik bei Kraftfahrzeugen fordert sowohl Metall- als auch Elektroqualifikationen der Fachleute. Aus diesem Grund wurde zum Beispiel der Ausbildungsberuf „Kraftfahrzeugmechatroniker“ neu geschaffen. Er trat an die Stelle der beiden bisherigen industriellen Kraftfahrzeugberufe (Automobilmechaniker und Kfz-Elektriker).

Oo

 

Outsourcing
Auslagerung von betrieblichen oder unternehmerischen Aufgaben (z.B. EDV, Marketing, Weiterbildung) an spezialisierte Unternehmen. Die ausgelagerten Leistungen werden dann nicht mehr intern erbracht, sondern von außen zugekauft. Das spart dem Unternehmen Kosten - und Arbeitsplätze.

 

Pp

Pflichtversicherung
Der Gesetzgeber hat für be
sonders gefahrenträchtige Berufe, dazu zählen zum Beispiel Jäger, Architekten oder Hersteller von Arzneimitteln, die Pflicht vorgeschrieben, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen.
Auch jeder der ein Auto besitzt, muss für dieses eine Haftpflichtversicherung abschließen. Die Versicherung bezahlt die Schäden, die infolge eines Unfalls an fremden Autos, Gegenständen oder auch Menschen entstehen.

Preise
Preise signalisieren die relative Knappheit der Güter (Informationsfunktion) und lenken die Produktionsfaktoren in die bestmögliche Verwendung (Anreiz und Lenkungsfunktion). Preise passen ständig sich ändernde Bedürfnisse und Knappheitsverhältnisse einander an (Koordinations- und Ausgleichsfunktion).

Privathaftpflichtversicherung
Durch eine Privathaftpflichtversicherung
sind alle Personen- oder Sachschäden versichert. So zum Beispiel wenn ein Fahrradfahrer einen Fußgänger über den Haufen fährt. Kinder sind bis zum Abschluss der ersten Ausbildung (also Lehre oder Studium) bei ihren Eltern mitversichert.

Privatisierung
Das Wort privat kom
mt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt der Herrschaft beraubt, nicht öffentlich, persönlich oder vertraulich. Privates Vermögen ist also ein persönliches Vermögen (zum Beispiel Geld, Wertgegenstände, Haus, Auto usw.). Auch der Staat besitzt Vermögen, das so genannte öffentliche Vermögen. Das können etwa Grundstücke sein, Industrieanlagen, Verkehrswege wie Straßen und Eisenbahnen, aber auch Goldbarren und Aktien. Entschließt sich der Staat aus bestimmten Gründen, Teile seines Vermögens an Privatpersonen, private Gesellschaften oder private Firmen zu verkaufen, so geht dieses Staatseigentum in Privatbesitz, also in nicht öffentlichen Besitz über. Es wird privatisiert. So wurde beispielsweise aus der Deutschen Bundesbahn die Deutsche Bahn AG und die Deutsche Bundespost wurde in drei Aktiengesellschaften umgewandelt: in die Deutsche Post AG, die Deutsche Telekom AG und die Deutsche Postbank AG. Die Gründe für solche Umwandlungen von Staatseigentum in Privateigentum sind vielfältig: Die Wirtschaft (der Wettbewerb) soll angekurbelt werden, der Staat hat weniger Verantwortung für diese großen Unternehmen und vor allem können mit dem Geld aus dem Verkauf Staatsschulden bezahlt werden. Ob es sich allerdings lohnt, Staatseigentum zu verkaufen, um Schulden zu begleichen, ist bei den Wirtschaftsexpertinnen und -experten umstritten.

Produktivität
Für die Schule ist ein Bericht über eine Betriebsbesichtigung fällig. Mit traditionellen "Produktionsmitteln" (Kuli und Papier) dauert das bei Dir zwei Stunden. Mit einer elektrischen Schreibmaschine 90 Minuten, mit modernen Mitteln (PC und Textprogramm) schaffen Sie es in einer Stunde: Ihre Produktivität steigt mit der besseren Kapitalausstattung stark an. Die Produktivität bezeichnet somit das Verhältnis von Output zu Input, von Produktionsmenge (Bericht) zu Faktoreinsatzmenge (Arbeitszeit). Allgemeiner ausgedrückt ist die Produktivität ein Maß für die Leistungsfähigkeit der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital. Durch die immer bessere Ausstattung der Arbeitsplätze mit leistungsfähigeren Produktionsmitteln ist die Arbeitsproduktivität im Trend stark angestiegen. Das ist deswegen von großer Bedeutung, weil dadurch auch die Reallöhne und das Wohlstandsniveau steigen können.

Rr

Rationalisierung
(lat. ratio = Vernunf
t, Verstand) Vor dem Ersten Weltkrieg wurden in Henry Fords Automobilfabriken bei Detroit rund zehntausend Autos im Jahr produziert. Dann kam die Rationalisierung: An die Stelle der handwerklichen Arbeitstechniken trat jetzt das Fließband. Jeder Arbeiter führte nur noch ein paar spezialisierte Handgriffe aus; Leerlauf und Wartezeiten wurden "wegrationalisiert", die Durchlaufzeiten verkürzt, das Tempo gesteigert. Die Löhne wurden kräftig angehoben, der freie Samstag eingeführt. Die Produktion explodierte: Im Jahr 1914 wurden fast 250.000 Automobile hergestellt. Durch die Massenproduktion wurde das Auto auch für die "Massen" erschwinglich. Seither ist die Rationalisierung weiter fortgeschritten; dem Fließband folgte die Automatisierung, der Einsatz von Robotern, die Steuerung der Produktionsprozesse durch Computerprogramme, die mikroelektronische Revolution. Ziel der Rationalisierung ist es, Effizienz und Produktivität zu steigern und die Produktionskosten zu senken; dadurch erhöht sich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen: Sie können mehr Güter zu günstigeren Preisen anbieten. Im Falle der Automobilproduktion sind die Stückkosten durch Mechanisierung und Automatisierung so stark gefallen (während gleichzeitig die Einkommen gestiegen sind), dass heute fast jeder ein Auto hat. Vor dem Ersten Weltkrieg waren es nur die Reichen, die sich das Luxusgut Automobil (plus Chauffeur) leisten konnten. Rationalisierung ist nicht auf den technischen Bereich beschränkt, auch die Unternehmensorganisation kann rationalisiert werden. An die Stelle hierarchischer Strukturen mit vielen Kontrollebenen treten selbstorganisierte und eigenverantwortliche Gruppen; die mittlere Führungsebene kann ausgedünnt werden. Wenn Unternehmen rationalisieren, geht es häufig auch darum, Lohnkosten, also Arbeitskräfte einzusparen. Sofern nicht anderswo neue Arbeitsplätze entstehen, kommt es zu Entlassungen. Es ist aber nicht so, dass wegen der Rationalisierung die Arbeit ausgeht. Seit Jahrhunderten wird rationalisiert, und die Zahl der Erwerbstätigen hat insgesamt zugenommen. Auch im Falle von Fords Fließbändern ist die Zahl der Automobilarbeiter in Detroit enorm angestiegen, weil der Output (die Zahl der Autos) schneller zunahm als die Produktivität (also der Einsparungseffekt der Rationalisierung). Ist Rationalisierung ein "Fluch" oder ein "Segen", ist sie eher ein "Job-Killer" oder ein "Job-Knüller"; darüber wird heftig gestritten. Über einen längeren Zeithorizont betrachtet haben bisher die arbeitsplatzschaffenden Wirkungen der Rationalisierung überwogen. Immer ist Rationalisierung aber auch ein Prozess der "schöpferischen Zerstörung".

Rentabilität
Wie hoch ist die
Rentabilität, wenn du deinem Freund2200 Euro leihen und nach einem Jahr diese Summe plus 14 E "Zinsen" zurück bekommst? (Formel: Ertrag/Gewinn als prozentualer Anteil am eingesetzten Kapital; rechne mal!). In Marktwirtschaften verfolgen Unternehmen das Ziel, eine möglichst hohe Rentabilität zu erreichen, also den Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital zu maximieren. Für diese Unternehmen ist die Rentabilität eine Maßzahl des finanziellen Erfolg.

Rente/Pension
Wenn ihr die Sch
ule beendet habt, werdet ihr nach einer Lehre oder nach einem Studium ins Arbeitsleben eintreten. Ihr bekommt einen Lohn oder ein Gehalt, von dem monatlich ein bestimmter Anteil in die Rentenversicherung unseres Landes eingezahlt wird. Wenn ihr das Rentenalter erreicht habt (das liegt heute in der Regel bei 65 Jahren), könnt ihr euer Arbeitsleben beenden und in den Ruhestand gehen. Um euren Lebensunterhalt zu sichern, beantragt ihr dann eure Rente. Dies ist ein Betrag, der euch monatlich ausgezahlt wird. Die Höhe ist davon abhängig, wie viel ihr eingezahlt habt, aber auch davon, wie viele Leute zu diesem Zeitpunkt arbeiten und in die Rentenversicherung einbezahlen. Denn mit dem Geld, das die Menschen, die im Moment arbeiten, in die Rentenversicherung einzahlen, wird unsere Rente finanziert. (Das ist übrigens ein so genannter Generationenvertrag, weil nämlich die jüngere, arbeitende Generation für die ältere Generation einzahlt. Wenn dann die Jüngeren alt sind, zahlen für sie wiederum diejenigen, die dann jung sind.) Man kann während des Arbeitslebens zusätzlich auch in eine private Versicherung einbezahlen, um sicherzugehen, dass die Rente später auch ausreicht.

Pension heißt das Ruhegehalt eines Beamten, also die Rente der Beamten.

Rentenversicherung
Die gesetzliche Rentenversicherung ist Teil des Systems der staatlichen Sozialversicherungen. Sie ist eine Zwangsversicherung: Alle Arbeitnehmer müssen einen bestimmten Teil ihres Bruttoeinkommens in die Rentenversicherung einbezahlen; der Beitragssatz liegt zurzeit bei 19,5 Prozent; Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich den Betrag. Die eingezahlten Rentenbeiträge werden unmittelbar wieder an die heutigen Rentner ausbezahlt (vgl. Generationenvertrag).

Ss

Schwarzarbeit
Wer in Deutschland arbeitet, muss Steuern und Abgaben an die Sozialversicherung bezahlen. Dies gilt, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, für alle. Auch wer Arbeiter beschäftigt, muss für diese Abgaben bezahlen. Wieviel das im Einzelnen ist, hängt vom Lohn oder Gehalt ab und von der jeweiligen Steuerklasse. Wenn jemand Geld verdient, ohne es zu versteuern, dann ist das in den meisten Fällen illegal. Illegal ist in der Regel auch, wenn jemand andere für sich arbeiten lässt und keine Abgaben an die Sozialversicherung zahlt. All das nennt man Schwarzarbeit. Auf diese Weise entgehen dem Staat jedes Jahr Einnahmen in Milliardenhöhe. Weil der Staat aber das Steuergeld braucht, um seine Aufgaben zu erfüllen, müssen dann diejenigen, die regulär ihre Abgaben leisten, noch mehr bezahlen. Sie zahlen sozusagen für die Schwarzarbeiter mit. Hinzu kommt, dass Schwarzarbeiter durch ihre illegale Tätigkeit Arbeitslosen die Chance auf einen Arbeitsplatz wegnehmen. Schwarzarbeit ist in hohem Maße schädlich für die gesamte Volkswirtschaft, also für uns alle. Schwarzarbeiter und Leute, die andere für sich schwarzarbeiten lassen, handeln gegen das Gesetz und müssen mit Bußgeldstrafen rechnen.

Solidaritätszuschlag
Aus (staatlich verordneter) Solidarität mit den Menschen in den neuen Bundesländern bezahlen alle Steuerpflichtigen seit 1995 einen Zuschlag; er beträgt 5,5 Prozent auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer. Diese Mittel werden dafür verwendet, die Lebensverhältnisse in Ostdeutschland zu verbessern und denen in Westdeutschland anzugleichen.

Soziale Marktwirtschaft
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Westdeutschland die Wirtschaftsordnung der Sozialen Marktwirtschaft von Ludwig Erhard und Alfred Müller-Armack eingeführt. Die leitende Idee war dabei, den Kapitalismus sozialverträglich zu gestalten. Eine aktive staatliche Wettbewerbspolitik sollte der Entstehung wirtschaftlicher Macht und marktbeherrschender Unternehmen einen Riegel vorschieben. Eine breit angelegte Sozialpolitik sollte für "sozialen Ausgleich" sorgen, d.h. soziale Sicherheit bieten (Sozialversicherung) und soziale Gerechtigkeit herstellen - durch Sozialleistungen und Einkommensumverteilung. Das Prinzip des "sozialen Ausgleichs" hat zu einer starken Ausweitung des Sozialstaats geführt. Entsprechend ist die Belastung der privaten Haushalte und der Unternehmen mit Steuern und Sozialabgaben progressiv angestiegen. Heute wird deswegen versucht, eine "Neue soziale Marktwirtschaft" zu schaffen, - mit weniger Sozialstaat und mehr Eigenverantwortung der Wirtschaftsbürger.

Sozialpolitik
Wichtigstes Ziel der Sozialpolitik ist der "soziale Ausgleich", d.h. die Verbesserung der Lage "sozial schwacher" Personen und Familien mit geringem Einkommen durch Sozialleistungen und Umverteilungsmaßnahmen (z.B. progressive Einkommensteuer). Zur Sozialpolitik gehören die gesetzlichen Sozialversicherungen, Familienpolitik (Kindergeld, BAföG), Wohnungspolitik (sozialer Wohnungsbau, Bausparprämien, Wohngeld), Vermögensbildungspolitik (Sparförderung, vermögenswirksame Leistungen) sowie - als beste Sozialpolitik: eine erfolgreiche Beschäftigungspolitik.

Sozialstaat
In der deutschen Verf
assung, dem Grundgesetz, sind nicht nur die politischen Rechte und Freiheiten für jede Bürgerin und jeden Bürger garantiert. Der (Sozial-)Staat verpflichtet sich auch, allen Bürgern soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten. Der Begriff "sozial" kommt aus dem Lateinischen und heißt "allgemein". Es soll niemand allein gelassen werden, wenn er durch schwierige Umstände wie zum Beispiel Krankheit oder Arbeitslosigkeit in Not geraten ist. Der Staat unterstützt durch die Sozialhilfe mit dem Nötigsten. Der Staat sorgt auch für alte und kranke Menschen, wenn sie selbst oder ihre Angehörigen dazu nicht in der Lage sind. Deutschland wird nicht nur als "Rechtsstaat" bezeichnet, sondern als "sozialer Rechtsstaat". Alle Aktivitäten und Gesetze des Staates, die dazu da sind, um die Menschen abzusichern und das Leben von schwachen, kranken und schutzbedürftigen Menschen zu verbessern, nennt man Sozialpolitik. In einem Sozialstaat spielen sie eine wichtige Rolle. Die Sozialpolitik soll auch dazu beitragen, dass sich die Menschen in ihrem Staat wohlfühlen und dass es möglichst wenig Streit und Ärger in der Gesellschaft gibt.

Sozialversicherung
Mit diesem Begriff bezeichnet man die so genannten gesetzlichen Pflichtversicherungen. Das sind Versicherungen, die vom Gesetz vorgeschrieben sind. Die Sozialversicherung soll die Arbeitnehmer vor den Folgen von Krankheit, Alter, aber auch vor Einkommensverlusten bei Arbeitslosigkeit schützen. Die Sozialversicherung umfasst in Deutschland verschiedene Versicherungen: die jeweils gesetzliche Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung, Renten- sowie Arbeitslosenversicherung. Jeder, der arbeitet, muss monatlich einen bestimmten Betrag, der von seinem Einkommen abhängig ist, in diese Versicherungen einzahlen. Einen weiteren Anteil zahlen die Arbeitgeber. Deren Beitrag ist in den meisten Fällen genauso hoch wie der der Arbeitnehmer. Ein Sonderfall ist die Unfallversicherung. Die muss der Arbeitgeber für seine Beschäftigten alleine zahlen. Hinter der Sozialversicherung steht der Gedanke, dass die Gemeinschaft der versicherten Arbeitnehmer dem Einzelnen hilft, wenn er in Not gerät, krank oder arbeitslos wird, einen Unfall erleidet oder im Alter pflegebedürftig ist. Beamte sind nicht in der gesetzlichen Sozialversicherung. Sie sind nach einem besonderen Versorgungsrecht abgesichert. In Deutschland gab es übrigens früher als in anderen Ländern die ersten Sozialversicherungen: 1883 die Krankenversicherung, 1884 die Unfallversicherung und 1889 die Invaliden- und Altersversicherung.

Staat
Das Wort kommt aus dem Lateinischen "status" und dem italienischen "stato" und heißt so viel wie "Zustand" oder "Verfassung". Der Begriff wurde übrigens zum ersten Mal im 15. Jahrhundert von dem italienischen Schriftsteller Niccolo Machiavelli gebraucht und hat sich Ende des 18. Jahrhunderts auch im deutschen Sprachraum durchgesetzt. Staat meint eine Vereinigung vieler Menschen, die (freiwillig) in einem bestimmten, abgegrenzten Gebiet leben. Meistens ist ein Staat über einen längeren Zeitraum gewachsen, seine Bürger sind durch die gleiche Staatsangehörigkeit verbunden. Man nennt diese Gemeinschaft das Staatsvolk; das Gebiet, auf dem das Staatsvolk lebt, ist das Staatsgebiet (dazu gehört auch der Luftraum darüber und ein bestimmter Streifen am Küstenmeer, meistens drei Seemeilen). Ein Staat ist normalerweise von keiner anderen Macht abhängig, er gibt sich seine eigenen Regeln (Gesetze). Die Polizei, das Militär und andere Staatsorgane üben die Staatsgewalt aus. Sie sorgen dafür, dass diese Regeln eingehalten werden und dass die Unabhängigkeit des Staates von keiner anderen Macht bedroht wird. Damit in einem Staat nicht das Chaos ausbricht, hat er eine bestimmte Herrschafts- und Regierungsform. Bei uns und in vielen anderen Ländern ist das die Demokratie, in der die Macht vom Volk ausgeht, das seine Vertreter in das Parlament wählt. Andere Staaten haben als Herrschaftsform zum Beispiel eine Monarchie oder eine Diktatur.

Staatskasse
Die Staatskasse ist eine Bezeichnung für alle Einnahmen eines Staates. Es sind die Steuern aller Bürger und Firmen, die Gewinne aus Verkäufen oder sonstigen Geschäften, die der Staat getätigt hat, und viele andere Gelder. Diese Gelder liegen auf Konten der Deutschen Bundesbank oder bei anderen Banken. Wenn der Staat viele Einnahmen hat, ist die Staatskasse gefüllt, und man kann damit viele Dinge in Angriff nehmen, etwa Straßen bauen, Kindergärten und Schwimmbäder oder auch von den Bürgern im nächsten Jahr weniger Steuern verlangen.

Steuern
Steuern sind Geldzahlungen des Bürgers. Der Staat verwendet dieses Geld, um seine Aufgaben zu erfüllen. Das heißt, er baut Straßen, Schulen, Sportanlagen, Krankenhäuser und vieles mehr. Mit den Steuern bezahlt er auch die Lehrerinnen, die Polizisten und alle anderen, die für den Staat arbeiten. Steuern werden auf unterschiedliche Weise bezahlt. Wer arbeitet und Geld verdient, zahlt einen bestimmten Anteil davon als Steuern an das Finanzamt. Das sind so genannte "direkte Steuern", sie gehen direkt ans Finanzamt. Dann gibt es noch die "indirekten Steuern". Die gehen sozusagen über einen Umweg ans Finanzamt. Dazu gehört zum Beispiel die so genannte Mehrwertsteuer. Die zahlen wir alle jedes Mal, wenn wir Milch, Benzin, Klamotten oder andere Sachen kaufen. Diese Steuer ist schon im Preis enthalten. Deshalb steht auf einer Rechnung auch meistens: einschließlich 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Steuerpolitik
Mit Steuern versc
hafft sich der Staat Einnahmen. Indem er Steuern einführt oder abschafft, erhöht oder senkt, kann der Staat die Höhe seiner Einnahmen beeinflussen und verschiedene Gruppen von Steuerzahlern unterschiedlich stark belasten. Durch die progressive Gestaltung der Einkommensteuer können umverteilungspolitische Ziele erreicht werden, durch Steuerbefreiungen, z.B. Kinderfreibeträge, werden sozialpolitische Ziele verfolgt.

Streik
Arbeitneh
mer und Arbeitgeber verhandeln über die Höhe von Löhnen und Gehältern und über Arbeitszeiten. Wenn sie sich nicht einigen können, kann es zu einem Arbeitskampf kommen. Dann können Arbeitnehmer für eine bestimmte Zeit ihre Arbeit niederlegen. Das ist ein Streik. (Das Wort kommt vom englischen Wort to strike, das bedeutet "stoßen" oder "schlagen".) Auf diese Weise wollen die Arbeiter und Angestellten ihre Forderungen durchsetzen. Sie wollen die Arbeitgeber unter Druck setzen, denn wenn nicht gearbeitet wird, kann ein Betrieb in dieser Zeit nichts verdienen. Streikposten verhindern vor den Toren der Betriebe, dass Arbeitswillige ihren Arbeitsplatz erreichen. Meistens wird ein Streik von den Gewerkschaften organisiert. Vorher aber müssen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um zu einer Einigung mit den Arbeitgebern zu kommen. Wenn die Verhandlungen gescheitert sind, müssen in einer so genannten "Urabstimmung" die Mitglieder der Gewerkschaften entscheiden, ob sie streiken wollen. Nur wenn die Mehrheit zustimmt, kann gestreikt werden. Warnstreiks sind kurze ein- bis zweistündige Arbeitsniederlegungen. Sie können während der Tarifverhandlungen und ohne Urabstimmung stattfinden.

Sozialstaat
Der Kern des Sozialstaates sind die gesetzlichen Sozialversicherungen (Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung).Darüber hinaus verteilt der Sozialstaat eine Fülle von steuerlich finanzierten Sozialleistungen (wie Sozial- und Arbeitslosenhilfe, Wohngeld, Kindergeld, BAföG usw.). Die Ausweitung des Sozialstaats geht mit einer steigenden Staatsquote einher, und diese mit einer steigenden Belastung des Faktor Arbeit, denn es sind im Wesentlichen die Arbeitseinkommen, denen die Sozialabgaben und Lohnnebenkosten aufgebürdet werden. So kommt es zu einer unheilvollen Spirale: Weil die Arbeitskosten für die Unternehmen zu hoch sind, wird rationalisiert und ins Ausland verlagert; die Arbeitslosigkeit steigt, und entsprechend die Aufwendungen des Sozialstaats für Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosenhilfe, Sozialhilfe, Wohngeld usw. Wegen der höheren Aufwendungen müssen die Beitragssätze der Sozialversicherungen erhöht werden, was den Faktor Arbeit noch weiter verteuert und noch mehr Leute arbeitslos macht usw. usw.

Subvention
Ein Theater ode
r eine Oper kann nicht nur durch den Verkauf von Eintrittskarten finanziert werden. Diese Gelder würden nicht reichen, das Theater wäre also bald pleite. Daher wird es von der Stadt unterstützt, denn die Stadt ist daran interessiert, dass es solche Kultureinrichtungen gibt. Diese Unterstützung nennt man Subvention (vom lateinischen Wort "subvenire", was auf Deutsch "zur Hilfe kommen", "beistehen" heißt). Der Staat gibt auch finanzielle Leistungen an Unternehmen, an Wirtschaftszweige oder an besonders bedürftige Regionen, ohne dafür eine direkte Gegenleistung zu erhalten. Diese Subventionen - das können neben direkten finanziellen Leistungen auch indirekte Hilfen wie Steuervergünstigungen sein - sind allerdings meist an bestimmte Bedingungen (man spricht auch von Auflagen) gebunden. Zum Beispiel sollen Umweltschädigungen vermieden werden oder die staatliche Subvention soll helfen, in einer armen Gegend Industriebetriebe anzusiedeln, um dort Arbeitsplätze zu schaffen. Man hofft, dass sich auf längere Sicht gesehen Subventionen lohnen und die Wirtschaft sich positiv entwickelt. In Deutschland sind die Hauptempfänger von Subventionen die Landwirtschaft, der Kohlenbergbau, die Werften und der Wohnungsbau. Diese Unterstützungen werden vom Staat, von den Ländern oder den Kommunen vergeben. Auch die Europäische Union unterstützt mit Subventionen weniger entwickelte Länder der Gemeinschaft.

Anmerkung: In letzter Zeit hört und liest man öfters das Wort "Subventionsabbau". Es bedeutet, dass wegen schlechter Haushaltslage, mangelnder Finanzen des Staates, der Länder und der Gemeinden Subventionen gekürzt oder gestrichen werden. Das Stadttheater oder die Oper, von denen oben die Rede war, muss also in Zukunft vielleicht mit weniger Geld auskommen.

Tt

Tarifvertrag
Dieser Vertrag ist eine schriftliche Vereinbarung, der zwischen den Gewerkschaften und Vertretern der Arbeitgeber (diese beiden nennt man auch "Tarifvertragsparteien") ausgehandelt wird. Darin wird festgelegt, wie hoch der Lohn oder das Gehalt für bestimmte Berufsgruppen ist, wie viele Urlaubstage es gibt und noch anderes mehr. Diese Vereinbarungen gelten für Betriebe, Ämter und Behörden sowie für ihre Arbeiter, Angestellten und Beamte. Die Vereinbarungen haben nur eine bestimmte Zeitlang Gültigkeit. Die Tarifvertragsparteien haben das Recht, über die Löhne und Gehälter selbstständig zu verhandeln, ohne dass sich jemand anders (zum Beispiel die Regierung) einmischt. Dieses Recht nennt man "Tarifautonomie". Die Tarifautonomie ist in Deutschland im Grundgesetz festgeschrieben.

Tigerstaaten
Hongkong, Singapur, Südkorea und Taiwan werden als die "vier kleinen Tigerstaaten" bezeichnet - wegen ihrer rasanten Industrialisierung und Modernisierung. Indonesien, Malaysia, die Philippinen und Thailand gelten als die Tigerstaaten der zweiten Generation.

Uu

Umsatz
Verkauft ein Unternehmen im Jahr 100 Maschinen zum Preis von je 400.000 Euro, dann beträgt sein Umsatz (= Menge mal Preis) 40 Mio. Euro Jahr.

Unternehmen
Man kann Unterne
hmen unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten: Technisch gesehen produzieren sie Güter; in rechtlicher Hinsicht sind es selbständig wirtschaftende Organisationen, die aus mehreren Betrieben, Tochterunternehmen usw. bestehen können. Wirtschaftlich gesehen setzen Unternehmen Produktionsfaktoren wie Kapital, Arbeit und Wissen ein, um mit dem Verkauf von Gütern eine möglichst hohe Rendite auf das eingesetzte Kapital zu erwirtschaften. Neben privaten Unternehmen gibt es in unserem Wirtschaftssystem auch öffentliche Unternehmen, die in der Regel Versorgungsleistungen erbringen (z.B. öffentlicher Nahverkehr, Energieversorgung, Müllabfuhr usw.); sie streben in der Regel nicht nach Gewinn, sondern nach Kostendeckung. Privatwirtschaftliche Unternehmen kombinieren Produktionsfaktoren zu dem Zweck, Güter zu produzieren, für die auf den Märkten kaufkräftige Nachfrage besteht. Der Chance auf Gewinne steht dabei das Risiko von Verlusten gegenüber. Als Nebeneffekt ihrer Güterproduktion fragen Unternehmen Arbeitskräfte nach und sorgen insofern für Beschäftigung. Arbeitsplätze zu schaffen oder für Beschäftigung zu sorgen ist jedoch kein primäres Ziel von Unternehme

Vv

Volkswirtschaft
Alle privaten Haushalte,
sämtliche kleine und große Firmen und Unternehmen sowie staatliche Einrichtungen eines Staates bilden zusammen die Volkswirtschaft. Vereinfacht kann man sagen: Alle, die produzieren (erzeugen) und konsumieren (verbrauchen), gehören zur Volkswirtschaft. Eines ihrer Merkmale ist die gemeinsame Währung (zum Beispiel der Euro) und ein gemeinsames Wirtschaftssystem. In Deutschland ist das Wirtschaftssystem die freie soziale Marktwirtschaft. Die Wirtschaftspolitik der Regierung, der Stand der Technik, die wirtschaftliche Leistungskraft der Menschen, das Klima und Bodenschätze wie Kohle, Eisenerz und Ölvorkommen spielen für die Volkswirtschaft eine große Rolle. Auch die geografische Lage ist wichtig, denn wenn es zum Beispiel große Häfen gibt, können Güter leichter in alle Welt transportiert werden. Alle diese Dinge wirken zusammen und bestimmen letztlich, wie gut eine Volkswirtschaft funktioniert.

Ww

Wachstum (wirtschaftliches Wachstum)
Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung - und damit des Volkseinkommens. Die Quellen des Wachstums sind a) mehr Produktionsfaktoren, b) verbesserte Produktionsfaktoren (technischer Wandel, höhere Qualifikationen). Gemessen wird das Wachstum als prozentuale Veränderungsrate des realen BIP gegenüber dem Vorjahr: Im Jahr 2000 betrug das BIP-Wachstum 2,9 Prozent, im Jahr 2002 nur 0,1 Prozent und 2004 wieder 1,7 Prozent. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Wettbewerb
Ein Monopol ist keine
m Wettbewerb ausgesetzt; es fehlen die Konkurrenten. Wettbewerb entsteht, wenn es auf einem Markt mehrere Anbieter gibt, die um die Gunst (= das Geld) der Nachfrager wetteifern. Wettbewerb ermöglicht es den Konsumenten, zwischen verschiedenen Angeboten auszuwählen. Das zwingt die Anbieter, ihr Preis-Leistungsverhältnis laufend zu verbessern. Der Wettbewerb führt zu Leistungssteigerungen und Innovationen. Es kann aber auch zu übersteigertem Wettbewerb kommen: Verdrängungswettbewerb mit unlauteren Mitteln.

Wirtschaft
Wenn die M
enschen arbeiten, dann erzeugen sie sehr oft etwas. Sie bauen Autos, Maschinen, Häuser, sie fertigen Kleidung, backen Brot, pflanzen Getreide oder bauen Obst an. Diese Beispiele kann man um viele tausend andere ergänzen. Alle Bereiche zusammen, in denen Menschen etwas herstellen, bezeichnet man mit Wirtschaft. Dazu gehören auch die Dienstleistungen. Das sind alle Tätigkeiten, wo nichts direkt hergestellt wird, also im Handel, Verkehr, Banken, Versicherungen, Verwaltung, Polizei usw. Einzelbereiche der Wirtschaft heißen zum Beispiel Landwirtschaft, Bauwirtschaft, Bergbau, Autoindustrie oder Nahrungsmittelwirtschaft. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Wirtschaft eines Landes dafür sorgen muss, dass die Menschen die Güter und Dienstleistungen erhalten, die sie brauchen. In der Wirtschaft regelt einerseits die Nachfrage das Angebot: Je mehr Menschen eine Ware haben wollen, also eine Ware nachfragen, desto mehr wird diese Ware auch produziert und angeboten. Wenn viele Leute eine bestimmte Jeans-Marke haben wollen, dann werden die Hersteller von Jeans dafür sorgen, dass man diese Jeans möglichst schnell kaufen kann. Andererseits wird die Nachfrage auch durch Angebote geweckt. Wenn zum Beispiel ein neues Computerspiel entwickelt wurde und auf dem Markt ist, soll es auch nachgefragt werden. Die Menschen werden dann vor allem über die Werbung zum Kauf angeregt. Wenn aber ein Produkt nicht mehr nachgefragt wird, die Autos einer bestimmten Marke also keine Käufer mehr finden, dann werden sie auch nicht mehr gebaut, nicht mehr angeboten. Im Gegensatz zur Marktwirtschaft gibt es die Planwirtschaft, die auch Zentralverwaltungswirtschaft genannt wird. Die Wirtschaftsordnung in Deutschland ist die soziale Marktwirtschaft.

Wirtschaftspolitik
Damit werden alle Maßnahm
en und Aktivitäten des Staates bezeichnet, die das Ziel haben, das Wirtschaftsleben zu steuern, zu beeinflussen und zu ordnen. Grundlage der Wirtschaftspolitik ist die Wirtschaftsordnung des Staates. In Deutschland ist das die freie soziale Marktwirtschaft. Ihre Ziele sind unter anderem die soziale Absicherung der Menschen, Erhöhung des Wohlstandes, stabile Preise und Löhne sowie das Wachstum der Wirtschaft. Wirtschaftspolitik sollte auch dafür sorgen, dass die meisten Menschen Arbeit haben und es keine Konflikte mit den Volkswirtschaften anderer Länder gibt. Die wichtigsten Gründe, warum der Staat Wirtschaftspolitik betreibt, sind die folgenden: a) die Markt- und Wettbewerbsordnung ist nicht stabil; sie erhält sich nicht von selbst, sondern muss durch Ordnungs- und Wettbewerbspolitik "veranstaltet" und abgesichert werden; b) der Markt funktioniert gut bei privaten Gütern, aber nicht bei öffentlichen Gütern (z.B. Straßen, Schulbildung, innere und äußere Sicherheit usw.); diese müssen deswegen über öffentliche Haushalte und Zwangsabgaben (Steuern) bereitgestellt werden; c) der Markt führt zu einer sehr ungleichen Einkommens- und Vermögensverteilung; durch Umverteilungs- und Sozialpolitik kann der Staat dies (etwas) korrigieren; und schließlich d) neigt der Markt zu Konjunktur- und Wachstumsschwankungen; Stabilisierungspolitik soll die Konjunktur beständiger machen.

Wirtschaftsgut
Fahr
der, Blinddarmoperationen, ein Beratungsgespräch - das sind Beispiele für Wirtschaftsgüter, nämlich Waren und Dienstleistungen, die begehrt und knapp sind und die einen Preis haben. Atemluft ist zwar auch begehrt, aber sie hat keinen Preis; also ist Atemluft kein Wirtschaftsgut.

Zz

Zweijährige Ausbildung
Die zweijährigen Ausbildungsberufe in der M+E-Industrie bieten den eher praktisch begabten Jugendlichen die Chance auf einen qualifizierten und anerkannten Berufsabschluss. Das ist eine echte Alternative, gerade für Bewerber mit schwächeren schulischen Leistungen. Denn die fachtheoretischen Anforderungen sind hier nicht so hoch wie bei den gewerblich-technischen Ausbildungsberufen mit dreieinhalbjähriger Ausbildungsdauer.
Und auch mit einer zweijährigen Berufsausbildung kann man später eine Weiterbildung zum Meister oder Techniker angehen. Außerdem bieten viele Unternehmen den interessierten Azubis auch die Chance – bei guten Leistungen im Betrieb und in der Berufsschule –, auf einen dreieinhalbjährigen Beruf umzusteigen.


Quellen:
Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e. V.

Arbeitsagentur für Arbeit (2007)

Statistisches Bundesamt: www.destatis.de (2007)

Bundeszentrale für politische Bildung: www.hanisauland.de

 

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